25530 – Ein vorläufiger Zwischenstand

Der dritte Tag, den ich überwiegend mit weben verbracht habe. Damit wird erstmal wieder länger Pause sein. Morgen ist anderes gelant, dann ist Sonntag und für die folgende Woche habe ich mir versprochen, mich auf das Ausräumen des Wagens zu fokussieren.

Um an den Punkt zu kommen, wo der zukünftige Teppich erstmal einige Zeit ruhen darf, war der heutige Tag notwendig. Denn es gibt bei vielen der Sachen, mit denen ich mich im beschäftige, einen Punkt, wo ich denke: „Oops, verkünstlert! Das kriegst Du nie mehr gerettet.“

Der Trick ist, dann weiterzumachen. Und so ein Weitermach-Tag war heute. Weil der Tag davor der Oops-Tag war. Meistens wird’s besser, wenn etwas zwischendrin mal richtig schlecht aussieht. So auch heute, ich bin zufrieden in dem Sinn, dass ich es für offen halte, ob das Teil gut oder schlecht aussehen wird. Und damit kann ich Leben.

Ganz im Wortsinn, das Teil hängt an der Wand und ich werde regelmäßig draufschauen. Und irgendwann werde ich wissen, wie es damit weitergeht. Ein paar lose Ideen gibt es schon, aber noch ist keine deutlich genug.

25473 – Einfach? Nöh!

Beim Abschluss meines letzten Webprojektes war ich etwas enttäuscht. Nicht über das Ergebnis – auch wenn es da deutlich Raum für Optimierungen gibt -, aber über die Zeit, die ich dafür gebraucht hatte. Nach ein paar Erholungstagen war ich bereit mich neuen Ideen zuzuwenden und die erste war, einfach etwas weniger ambitioniert zu sein. Mal schauen, was ginge, wenn ich einfach nur eine Technik verwenden würde und die stumpf abarbeite, bis der Flickenteppich fertig ist. Muster egal, Farben egal, Übergänge und Wiederholungen egal. Einfach alles egal, nur machen.

Aber heh, so bin ich nicht. Abermals ein paar Tage später erwischte ich mich, wie ich in Gedanken schon deutlich komplexere Konzepte ausprobierte. Oder an unorthodoxen Lösungen tüftelte, wie ich den Abschluss des Teppichs besser gestalten könnte. Aber …, bei allem die Frage, warum ich soviel Mühe in eine bessere Fußmatte investieren sollte.

Das ist noch immer unbeantwortet, aber manche Dinge lösen sich dadurch, dass die Frage weggeht. Und das muss irgendwann in den letzten Tagen geschehen sein, keine Ahnung, wo sie hin ist, die Frage. Ich bemerke ihr Fehlen auch nur, weil ich heute mit einem neuen Projekt begonnen habe, das an gleich zwei Stellen spürbar, nun, experimentell ist. Es wird einen weiteren runden Flickenteppich geben. In dessen Mitte soll es ein Hahnentrittmuster geben, in dem Kett- und Schussfäden ununterschieden sind. Und dort, wo sonst der Abschluss notwendig wird, wird der schon von Anfang an mitgedacht und gewebt. Was gegen Ende der Arbeit dann nochmals mehr Mühe machen wird, als es der Abschluss ohnehin wäre, um sich den Abschluss zu ersparen. Es ist wie im Leben.

Wie auch immer, für diesen experimentellen Abschluss habe ich heute erste Vorbereitungen getroffen. Im Bild zu sehen ist ein Teil des runden Rahmens und der gelbe „Schuss“faden, der bei normalem Vorgehen der letzte des Teppichs wäre, sowie die rote Befestigung, die nur dazu dient, ihn am Platz zu halten. Diese Befestigung zu lösen und zu entfernen ist dann der letzte Arbeitsgang – irgendwann in ferner Zukunft.