Endlich ist Sommer. Und das Sommergefühl hat sich auch eingestellt, zwei Monate später als letztes Jahr, da war es früh, das Sommergefühl. Die Tage tragen den Wunsch in sich, etwas mit ihnen anzufangen. Es lohnt dazusitzen und abzuwarten, was sich an Aktivität anbietet (ihr wisst schon, „vom Baum fällt“). Und irgendwas ist immer, jetzt mal von der positiven Seite her besehen.
Auf meiner Lieblingsbaustelle fehlt für 10 Tage das Material für den nächsten Arbeitsschritt. Ich fühle mich ausgebremst und versuche mit mäßigem Erfolg, die Energie in Aufräum- und Haushaltstätigkeiten umzulenken. Als das Material endlich da ist, wird es innerhalb weniger Tage zügig weggearbeitet. Motivation ist Trumpf.
Dieser Motivation fällt sogar die Suche nach der Ursache des Internetverlustes in der dritten Dekade zum Opfer. Ich lebe mehr als zehn Tage ohne flüssiges Internet, morgens und abends lese ich via Hotspot und dem begrenzten Datenvolumen meines Handtelefons, Streaming fällt aus. Das fällt erstaunlich leicht, nicht zuletzt weil ich noch einige Bewegtbildkonserven vorrätig habe.
Aufräumen ist auch am Ende des Monats immer noch Aufgabe. Ich gebe mein Bestes, aber das reicht nicht immer aus.
Ihr kennt das, für die Details hier WMDEDGT – Juni 2023 weiterlesen


Mit der Aufzeichnung dieses Monats beginnt das zweite Jahr dieses Formats. Letztes Jahr im April ging es los mit den täglichen kurzen Notizen zum Tag. Noch immer bin ich gelegentlich überrascht, wie sehr der subjektiv gefühlte Zeitraum ab einem Ereignis von der real vergangenen Zeit abweichen kann.
So langsam stellt sich wieder Normalität ein, wenn auch etwas stotternd. Wie der Rest der Welt sehne auch ich mich dem Frühling entgegen. Tageweise bereite ich den Garten oder die nächsten Schritte im Dome vor. Nur um dann doch wieder ausgedehnte Phasen der Inaktivität anzuschließen. Erprobte und gesunde Routinen müssen erst mühsam wiederbelebt werden. Dennoch, die guten Tage überwiegen!
Die erste Monatshälfte war emotional nochmals sehr anstrengend, fünf Tage in der Wohnung der Mutter, zwei Besuche bei ihr im Krankenhaus, die sie vermutlich nicht mehr erinnert. Sie ist dement und wird den Rest ihres Lebens im Pflegeheim verbringen. Im Rahmen meiner Möglichkeiten habe ich mich gekümmert. Was gegenwärtig zu regeln ist, scheint geregelt, der Rest ist vorbereitet. Dennoch bleibt ein Gefühl de Ungenügens.