Wo wohnst’n Du?

What’s Your Place

2009-11-11-WYP

Update: Wer nicht weiß, worum es geht, bekommt nun zwei Verständnishilfen. Erstens ein Interview mit dem Geschäftsführer und Gründer der Plattform, Tobias Lampe. Und zweitens eine E-Mail von mir an H (Name ist der Redaktion bekannt) im Fast-Wortlaut:

Hi H.,
kurz die Neuigkeiten von WYP. Erstens: bin seit dieser Nacht „Besitzer“ vom Wagendorf Altes Waldschwimmbad. Zweitens: der Einstieg in den Handel mit virtuellen Immobilien kann warten. Ist nicht attraktiv genug. Ich habe mich jetzt ein paar Tage auf der Plattform herum getrieben und entweder ist das „the next big thing“, aber noch klitze-klitze-klein, oder eine weitere sympathische und wirkungsvolle Methode seine Zeit mit Größenphantasien zu verplempern.

Zunächst, in der ganzen Zeit bin ich immer wieder auf die gleichen Leute dort gestoßen. Die sind entweder Schwerstabhängige oder Admins, alle mit vielen Grundstücken im Drei- oder Vier-Sterne-Bereich und süchtig nach Klicks. Sie empfangen den Neuling direkt an der Schwelle und „beziehen ihn ein“, über Kommentare, Nachfragen, in dem sie Dich zur Liste ihrer 3000 (!) Lieblingsplätze hinzufügen und virtuelle Freundschaftsangebote machen. OK, vielleicht bin ich noch zu sehr in der Anfass-Welt verwurzelt um das schätzen zu können. Jedenfalls, sie brauchen Dich – und Du brauchst sie – um was zu werden in dieser kleinen Welt. Folglich sind alle zueinander nett, anfangs, gegen Ende der Grundstücks-Probezeit wird es dann ruhiger.

Was die hohen Grundstückspreise angeht, die Dir aufgefallen sind, nun, die kannst Du selbst festlegen und dabei sind der Phantasie keine Genzen gesetzt. Realistisch sind wohl Preise im zweistelligen Bereich. Unter Sammlern. Oder Du gehst gleich zum virtuellen Immobilienmakler. Dann scheint es auch Versteigerungen zu geben, durchaus möglich, dass mit beidem Geld zu verdienen ist, das geht ja auch mit Münzen, Briefmarken, Comicheften und Überraschungseiern. Engagement und echte Arbeit vorausgesetzt.

Und natürlich wollen auch die Plattformbetreiber ihren Schnitt machen. WYP regelt den Zahlungsverkehr und die „Grundbuchumschreibung“, das kostet eine Gebühr (deren Höhe ich trotz lesefertiger Bemühung, unter anderem der AGB’s, noch nicht herausgefunden habe). Nun, da ich „Besitzer“ meines Wunschgrundstücks geworden bin, steht mir der Sinn nach Repräsentation. Alles sehr viel schöner darstellen, das wär’s. Ohne Bilder und eingebundene Videos geht da natürliche gar nichts, externe Links und Twitterstreams sind denkbar, kurz: das ganze HTML-rein-und-raus-und-eingebettet-Zeug. „Kannst Du haben, sagt die Fee“. Kostet aber Geld, 8,00 ? für’s erste Grundstück, später wird’s billiger und ab dem fünften kostet es gar nichts mehr. Woher ich das habe? Keine Ahnung, bin irgendwo auf die Info gestoßen und habe sie mir gemerkt (und wie ich dachte auch irgendwie „gefavt“ um sie wieder zu finden).

Zwischen den obigen Zeilen (bzw. Klammern) macht sich Unmut bemerkbar. Die Plattform ist unübersichtlich gestaltet und von der Gebührenseite her intransparent. Spätestens auf den Seiten der AGB’s erwarte ich einen Link zu den aktuellen Preisen. Dass ich die auch nach längerer Bemühung nicht finde ist schlechter Stil, geschäftlich und in Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit.

Wie weiter? Werde das Grundstück deutlich weniger pflegen als in der zurückliegenden „Pionierphase“. Einen besseren Beschreibungstext entwerfen und die Bilder neu sortieren, vielleicht eine Anfahrtsbeschreibung einfügen, kurz: mein Engagement zurück fahren und mich mit den beschränkten Möglichkeiten arrangieren. Positiv gesehen bleibt mir dann ein Link, den ich mal schnell weiter geben kann, wenn ich zu wenig Lust oder Zeit habe, um die (Anfahrts-)Infos mündlich weiter zu geben.

LG
g.

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