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Seit Anfang November letzten Jahres besitze ich einen E-Reader. Seitdem beschäftige ich mich auch mit dem EPUB-Format – dem Nachfolger des Open Ebook Standards. Dem liegt eine Zwangsläufigkeit zu Grunde, die ich kurz beleuchten will.

epup-logoDass der E-Reader fähig sein sollte, dieses Format zu lesen, hat schon beim Kauf eine Rolle gespielt, proprietären Formaten gegenüber hege ich Mißtrauen. Der Besitz eines epup-fähgen Readers führt regelmäßig zur Frage, ob das gegenwärtig interessierende Buch auch im EPUP-Format vorliegt. Oft genug nicht; die Idee liegt nahe, sich nach geeigneter Software zur Konvertierung umzusehen. Ja, die findet man, und ja, das Umwandeln funktioniert auch ganz gut, solange man keine PDF-Dateien konvertieren möchte. Alles außer Text wird zum Problem: Seitenzahlen, Tabellen, Bilder, Kopfzeilen und Fußnoten. Für jedes dieser Probleme gibt es Lösungen, manche führen direkt an die Konsole und 230 leicht zu merkenden Eingabe-Parametern. Was PDF´s betrifft ist die Menschheit noch weit von der „one-click“-Lösung entfernt. Im Moment stagnieren wir gemeinsam bei der „Nimm-dir-ein-paar-Abende-frei-und-arbeite-dich-ein“-Lösung. Für Menschen ohne Neigung zum sozialen Rückzug gibt es gegenwärtig gar keine Lösung. Aber die haben auch deutlich seltener E-Reader.

Die besten der „mal-eben-schnell“ aus PDF´s konvertierten EPUB´s haben Mängel beim Zeilen- und Seitenumbruch, gelegentlich 2 Cover-Bilder nacheinander und die Bilder – falls erkannt – an einer etwas anderen Stelle als im Original. Hinzu kommen nicht gelöschte Trennstriche und verengte Typografie. Kurz, von einem Lesevergnügen lässt sich nicht mehr sprechen.

Der ambitionierte Editor sucht nach Möglichkeiten der Nachbearbeitung um wenigstens die gröbsten Fehler zu beheben. Aber auch weniger ambitionierte Menschen, sagen wir solche, die wenig Rohmaterial zum Konvertieren haben und daher alle ihre Ebooks beim Händler ihres Vertrauens beziehen, werden neugierig auf die Innereien eines Ebook, wenn sie bemerken, dass einige ihrer elektronischen Büchen es nicht zulassen, sie mit anderen als den voreingestellten Schriften, Randabständen und Zeilenabständen zu lesen (boah, ein 54-Wörter-Satz).

Sowohl der ehrgeizige Hobby-Verleger als auch der enttäuschte Kurzsichtige werden auf ihrer Suche nach Bearbeitungsprogrammen fündig und spätestens an dieser Stelle ergibt sich die Frage, was da denn alles zu sehen ist, wenn man „das EPUB aufmacht“. Das Interesse am standardisierten Format ist geweckt. Soweit, so zwangsläufig.

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