Medium Overload – die Liste

Als junger Mann war ich mit meinem Vater sehr unzufrieden, der in seinem Leben nicht mehr tat, als arbeiten und fernsehen. Ich weiß, dass er in jungen Jahren aktiver war, aber diesen jungen und aktiveren Mann habe ich niemals kennengelernt. Wenn überhaupt kannte ich ihn in den mittleren Jahren bis hin zum Rentenalter; und was ich sah gefiel mir nicht. Ich war sicher, dass am Leben „irgendwie“ mehr dran sein müßte.

Ein halbes Jahrhundert später bin ich selbst in Rente und ihm erschreckend ähnlich, in meinen besten Zeiten arbeite ich (meint: ich bin produktiv, wertschaffend auf eine Weise, die mich und andere – ganz wichtig – überzeugt) und sehe fern (auch wenn das heute Streaming heißt und durch jedweden Medienkonsum im Internet ergänzt wird). Ich schaue mich an und mir gefällt das nicht, da müßte doch „irgendwie“ mehr dran sein.

Diese Zeilen sind eine kleine Entschuldigung meinem Vater gegenüber, ich war jung und hochmütig. Selbst in mittleren Jahren war ich noch jung und hochmütig. Jetzt, berentet, scheitere ich selbst an der Aufgabe, ein lebenswertes Leben zu führen.

Ende eines schwermütigen Vorwortes, das notwendig war. Es folgt eine Liste aller (!) Filme, Serien und Bücher, die ich im Jahr 2022 konsumiert habe. Diese Liste ist lang und ich lese sie eher als ein Dokument nichtgelebten Lebens. Aber ich habe sie geführt und Ihr sollt sie haben. Sie füllt die zeitlichen Lücken auf, die in den Was-Machst-Du-Eigentlich-Den-Ganzen-Tag-Beiträgen auffallen, denn eigentlich kann das doch nicht alles gewesen sein. Nein, war es nicht, da waren noch Filme, Serien und Bücher.

Medium Overload – die Liste weiterlesen

Fundstück beim Aufräumen meines „Schreibtisches“

Auf meinem Schreibtisch, also dem Tisch auf dem ich schreibe, strengenommen tippe, strengenommen auch kein Tisch, fand sich beim Aufräumen ein Zettel mit folgendem Spruch:

„Sei immer freundlich zu Menschen,
die an deine Zahnbürste kommen.“

Equalizer 2

 

Anscheinend ein Filmzitat. Leider habe ich in der Zwischenzeit, also der Zeit zwischen dem Aufschreiben und heute, vergessen, was ich mir damit sagen wollte. Oder Euch.

 

Nur nebenbei, vorne rechts im Bild seht Ihr mein heutiges Tage- und Nachtwerk: eine immense Anzahl an abgearbeiteten Merkzetteln, deren Inhalt nun zu dem Ort gefunden hat, an den er gehört, z.B. den Kontakten, der Notiz-App, der Passwort-App, dem Einkaufszettel, dem neuorganisierten Pinboard, der Downloadliste oder den Youtube-Abos.

Wir hatten ja nichts

Lochkarte

Selten genug verweise ich auf Blogbeiträge anderer. Heute möchte ich das tun, denn da wird – zumindest im ersten und einleitendem Teil – ein Gedanke vertieft, den ich in ähnlicher Form hatte, als ich vor einigen Tagen meinen Blogbeitrag zu den Rangoli schrieb. Vielleicht erinnert ihr euch:

Heute [2019] lässt sich auch bei oberflächlichster Recherche über Wikipedia oder die Suchmaschine Deines Vertrauens mehr über Rangoli erfahren, als ich damals [1998] hoffen durfte, bei meiner Rückkehr in der Stadtbücherei darüber zu erfahren.

In diesem Satz nur angedeutet und im verlinkten Beitrag ausführlicher dargestellt ist das fassungslose Erstaunen darüber, was heute dank des Internets möglich ist und vor zwanzig Jahren kaum auszudenken oder zu erhoffen war.

Bühne frei für Wortvogels „Wofür zahle ich eigentlich nicht?!“

Diagnose: Versager oder faul

Ronja von Rönne hat eine Freundin in der Psychiatrie besucht und darüber einen Besinnungsaufsatz geschrieben, der es irgendwie bis in DIE WELT geschafft hat. Tobias Katze ist betroffen und unglücklich damit, er schreibt ihr im stern einen Brief zurück.

Ich bin einer von denen, über die du schreibst. Einer von denen, die das Glück haben, mit einer psychischen Krankheit diagnostiziert zu sein. Die einen „Entschuldigungszettel“ haben, wie du das so wundervoll neidisch nennst. Ich darf beim Leben auch „zugucken und Milchschnitte essen.“

Was du da vielleicht übersiehst: ich darf das nicht nur – ich muss sogar. Ist für dich vielleicht schwerlich vorstellbar, aber meine Depression gönnt mir eine dauerhafte Auszeit vom Leben, die nicht wirklich freiwillig ist.

Tobi Katze