Das Lancet

Die Lancet-Assoziation
Das Bild zeigt den Blick aus meinem „Schaufenster“, im Mittelpunkt das „Lanzet“. So nenne ich den Pavillon am Pool. Die Bezeichnung geht auf eine frühe deutsche SciFi-Serie zurück, „Raumpatrouille Orion“, die Beiboote des gleichnamigen Raumschiffs hatten eine ähnliche Anmutung, ich nenne sie mal spitz-rund. Da mir rund-rund lieber gewesen wäre, eignet sich diese Anmutungsverschiebung zum Einstieg in eine kleine Ausführungskritik.

DruckverhältnisseEinfach ausgedrückt bilden sich an den Knoten Spitzen, dadurch dass sich die Holzleisten nach innen wölben. Das muss nicht zwangsläufig so sein, sie könnten sich genausogut nach außen wölben, die Druckverhältnisse in einem Dome lassen beides zu, da die Leisten nur Druck und Zug in Längsrichtung auszuhalten haben (meint: die Knoten drücken aufeinander zu oder voneinander weg). Ursprünglich sind die Leisten, die eine kleine Wölbungen aufwiesen, sogar so eingesetzt, dass sie nach außen wiesen. Zu den Ursachen für die „Umkehr“ fallen mir nur Dinge ein, die ich selbst nicht recht schlüssig finde. Gravitation und die eingespannten Seile jeweils in der Leistenmitte könnten damit zu tun haben. Oder dass die Farbschicht, die sich jeweils nur auf einer der vier Leistenseiten befindet – immer außen -, gemeinsam mit der Feuchtigkeit die Wölbung hervorruft. Zuverlässig verhindern ließe sich die Geschichte wohl nur, wenn man mittels weitere Seile von Knoten zu Knoten Vorspannung auf die Leisten gäbe, so dass sie die gewünschte Wölbung annähmen.

Auf die gleiche Ursache, nämlich die Druckverhältnisse, ist die gelegentlich auftretende Verformung der Knoten zurückzuführen. Weil ein Bild oft mehr erklärt als tausend Worte habe ich einen idealen Knoten mal gebaut und fotografiert. Die Scheibe verhindert, dass die Leiste zu weit nach außen kann und die Abschrägung an den Leistenenden erlaubt ein tieferes Einschieben in das Schlauchstück.

Verschobener Knoten

Verbesserter Knoten

Und letztlich bin ich auch nicht mit den Seilen zufrieden, die die Kuppel langfristig, dann nämlich wenn sie mit wildem Wein überwuchert sein wird, dichter machen soll. Mir hat die Farbe schon beim Einkaufen nicht gepasst und etwas dünner wäre auch nicht schlecht gewesen. Letztlich hat der Preis den Ausschlag gegeben, und das war der Fehler.

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Was lange währt, …

… wird endlich Dome.

Seit Jahren möchte ich einen DOME bauen, eine jener geodätischen Kuppeln, die Mitte des letzten Jahrhunderts von Buckmister Fuller bekannt gemacht wurden und anschließend von den amerikanischen Hippie-Communities in vielerlei Gestalt zum Wohnen genutzt wurden. In diesem Sommer ist es endlich – und völlig unerwartet- geschehen.

Was mich an Domes fasziniert ist die Möglichkeit, mit minimalem Materialeinsatz ein maximales Ergebnis zu erzielen. Als Wohnraum genutzt umschließt die Kugel und die an die Kugelform angelehnte Kuppel maximalen Raum bei minimaler Außenfläche und erhält ein Maximum an Wärme (gut, da hätten wir auch die Eskimos fragen können, die nutzen das Prinzip in den traditionellen Iglus schon lange). Als Gerüst ausgeführt bietet die Kuppel für eine bliebige Außenhaut bei minimalem Materialeinsatz maximale Tragkraft. Darauf kommt es mir an, der Dome soll als Rankgerüst für Kletterpflanzen dienen und in bewachsenen Zustand einen Pavillion bilden, bei dem das Blattwerk die Unterkonstruktion verbirgt. Bis jetzt sieht das so aus:

Eine geodätische Kuppel als Pavillon

Obwohl das Gerüst sehr schwach wirkt (ich bevorzuge als Bezeichnung „filigran“), fühlt es sich sehr solide und stabil an. Was lange währt, … weiterlesen

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