WMDEDGT April 2024

Museum für Kunst- und Kulturgeschichte (Dortmund)

Der April hat mit ein paar warmen Tagen die Zuversicht zurückgebracht, dass auch in diesem Jahr irgendwann das depressive Winterrumgesumpfe aufhört. Tut es, definitiv!

Im Wesentlichen verbringe ich die Tage (also Teile der Tage, die genau so lange sind, dass ich mir nicht nutzlos vorkomme, aber auch nicht wirklich was gerissen bekomme) auf meiner Hobbybaustelle. Es geht stetig, aber langsam voran, ich bin unangemessen zufrieden mit den Fortschritten.

Spät im Monat geschieht etwas unerwartetes, mein Medienkonsum verändert sich von einem auf den anderen Tag mit der Installation eines Computerspiels. Fallout 3 ersetzt von jetzt auf gleich YouTube und Binge-Watching, fast bin ich wegen meiner Suchttendenzen beunruhigt, aber als ich bemerke, dass die Baustelle nicht leidet, beruhige ich mich wieder. Dennoch, ich werde ein Auge darauf haben müssen.

Zum Ausklang des Monats eine Fahrt nach Hamburg, die mich mehr angestrengt hat, als ich erwartete. „Mal eben“ ist nicht mehr, ich empfinde den Ortswechsel und den Verlust der Komfortzone als mühsam. Dennoch bin ich im Nachgang auch damit zufrieden. Der Sommer kann kommen.

Wer noch mehr wissen will, darf gerne hier WMDEDGT April 2024 weiterlesen

WMDEDGT März 2024

Heftiges Geblühe mal wieder. Ich bin dankbar.

Auch im März hat sich die positive Entwicklung aus dem Wintertief heraus fortgesetzt. In der ersten Hälfte des Monats noch etwas trödelig bei der Arbeit, äh, dem Hobby, vielleicht weil ich auf die notwendige Glasschneiderei einschließlich der Aluschienenschneiderei so gar keine Lust hatte. Auch der Akt, das Geschnittene dann mit Montagekleber zu funktionalen DIY-Doppelglasscheiben zusammenzufügen, war von aus Selbstzweifeln genährter Unlust begleitet. Nachdem das bewältigt war, wurde es wieder leichter, ins Tun zu kommen.

Wenn auch mit nun anders begründeten Anlaufschwierigkeiten. Denn die nächsten Arbeitsschritte waren und sind endgültige. Bisher war alles nur provisorisch zusammengefügt, manche Widrigkeit noch ungelöst, alles nur Vorbereitung für die Endontage. Die nun begann. Ich musste über mich lernen, dass ich es nicht mag, ja geradezu vermeide, Dingen eine endgültige Form zu geben. Ich möchte lieber der Meister des dauerhaften Provisoriums sein.

Eine Begleiterscheinung des Haderns mit der Endgültigkeit ist, dass ich viele Dinge nochmal überdenke und einige wenige neu mache (da fehlt ein Millimeter) oder nachschneide (da ist ein Millimeter zuviel). Die eigenen Ansprüche stehen mal wieder auf dem Prüfstand.

Wie-auch-immer, nach ein paar Tagen habe ich mich an die nun etwas strengeren Qualitätsvorgaben und die allzeit gegebene Möglichkeit, daran zu scheitern, gewöhnt. Die ersten warmen Tage erlauben es, sich in der Arbeit zu verlieren bis es plötzlich früher Abend und zu kalt ist. Jedes Jahr, wenn es geschieht, dass das Tun zum anstrengungslosen Selbstläufer wird, feiere ich das sehr (also gedanklich und sehr unauffälig), denn es ist ein Zeichen, dass das Gröbste geschafft ist.

Wie immer, für die Details hier WMDEDGT März 2024 weiterlesen

WMDEDGT Februar 2024

Es sei den Göttern Eurer Wahl oder auch einfach nur der Jahreszeit gedankt: die wirklich schlechte Zeit ist vorbei. Der letzte Monat mit seinem Nach-Berlin-Tief ist vorbei und mit Beginn des Februars ging es langsam wieder bergauf. Dabei kann ich teils gar nicht sagen, woher die Besserung kommt. Der Schlaf zum Beispiel hat sich fast ohne mein Zutun wieder normalisiert, zuerst mit kürzeren Lesepausen während der Nacht, dann fielen auch die weg, plötzlich gab es wieder fast-erholsame Nächte, und alles zu halbwegs erwartbaren Zeiten.

Wieder ins Tun zu kommen war nicht ganz so mühelos, hat bewußter Anstrengung bedurft und ist noch immer work-in-progress. Ich versuche, eine Stunde am Tag Dinge zu tun, die Menschen halt so tun, um minimale zivilistorische Standards zu halten. Das gelingt meistens und gelegentlich wird es aus Versehen sogar länger als eine Stunde.

Seit Mitte des Monats bin ich wieder regelmäßig auf meiner Lieblingsbaustelle. Auch hier mit kleinsten Anfängen und winzigen Fortschritten, die zusammen aber recht hoffnungsvoll stimmen. Ihr erinnert Euch: die Fensterfront. Es wird immer deutlicher, wie das Endergebnis aussehen wird und ich bin zufrieden. Vor drei Tagen habe ich die letzte fehlende Scheibe in der fast richtigen Größe gegen zwei andere in der definitiv falschen Größe eingetauscht. Nun steht noch ein größerer Baumarktbesuch aus, dann muss ich „nur noch“ bauen (also wenn wir großzügig über all die kleineren Baumarktbesuche hinwegsehen, die sich aus vergessenem Zeug und unbedachten Widrigkeiten ergeben).

Eine interessante Veränderung hat sich bei meinem Medienkonsum eingestellt. Während meines Berlinbesuchs hatte ich unbegrenztes Datenvolumen und habe mich deswegen viel auf YouTube herumgetrieben. Wieder zuhause konnte ich das fortsetzen, weil ich mein monatliches Datenvolumen nun in den verbleibenden zweieinhalb Wochen des Monats verbrauchen konnte. Dabei stellte ich unerwartet fest, das meine bisherige Zurückhaltung Youtube betreffend vollkommen unnötig war. Da die meisten Inhalte keine hohe Auflösung erfordern, komme ich mit meinem eingeschränkten Datenvolumen erstaulich weit. Und so habe ich auch in diesem Februar viel zu viel Zeit auf YouTube verbracht. Erstmals. Viel zu viel. Lasst uns das als Erfahrung betrachten. Ich weiß jetzt, was es bedeutet, unerwartet in irgendwelchen Themenlöchern zu verschwinden. Ich habe mindestens zehn rund zwanzigminütige Besprechungen geschaut, die in die Länge und Breite erläutert haben, warum „Madame Web“ ein wirklich sehr schlechter Film ist. Das ist mehr als die doppelte Laufzeit des Films selbst. Aber ich habe viel darüber gelernt, nach welchen Kriterien Kritiker kritisieren (schöne Grüße an meinen Deutschlehrer, der immer dazu geraten hat, Wortwiederholungen zu vermeiden). Geschätzt ab der fünften Besprechung wollte ich das sogar, etwas über das Kritisieren lernen.

Ein noch viel tieferes Themenloch waren die deutsch-amerikanischen Kulturunterschiede. Es gibt etliche Deutsche in Amerika und Amerikaner in Deutschland, die auf YouTube darüber berichten. Keine Ahnung, warum das bei mir Thema wurde, aber einmal angefangen taten die Vorschlagsalgorythmen, was sie halt tun und gaben mir immer mehr davon. Und nun können wir gemeinsam abwarten, ob mir dieses Wissen irgendwann in absehbarer Zeit noch einmal nutzt.

Heute, am vorletzten Tag des Monats, ist mein Internet ausgefallen. Und blieb es auch trotz redlicher Bemühung, es wieder herzustellen. Möglich Gründe dafür gibt es viele, gesicherte kaum, letztlich weiß ich nicht einmal sicher, ob der Fehler bei mir liegt. Das letzte Mal hat es fünf Tage gedauert, bis es wieder ging. Soll Euch gar nicht weiter interessieren, erwähnenswert daran ist nur, dass ich die nächsten Tage möglicherweise auf kalten Entzug gehe. Ich hab‘ jetzt schon schlechte Laune.

Wie immer, wer’s gerne kleinteilig hat darf hier WMDEDGT Februar 2024 weiterlesen

WMDEDGT Januar 2024


Das erste Drittel des Monats war ich noch in Berlin. Hat gut getan und ist in den vorangehenden Beiträgen ausführlich beschrieben.

Bei meiner Rückkehr war ich noch einige Tage aktiv, ausgelöst vor allem durch einen weiteren Elektroausfall und der unbedingten Notwendigkeit, Abhilfe zu schaffen. Da es – zum Teil schon viele Monate, die sich möglicherweise zu Jahren aufaddieren – weitere Elektrobaustellen gab, habe ich diese gleich mit abgearbeitet. Insgesamt sehr befriedigend, obwohl nicht wirklich Neues entstanden ist, sondern nur ein früher bereits erreichter Standard wieder hergestellt wurde. Ein schönes Bild für meine gegenwärtigen Lebensumstände, es ist schon gut, wenn es nicht schlechter wird.

Leider wurde es erst einmal schlechter (Spoiler: und blieb auch so). Es fiel Schnee, der liegen blieb und sehr schön anzusehen war. Aber, seien wir ehrlich, Schnee ist auch sehr unpraktisch, vor allem, wenn man – wie ich – bevorzugt mit dem Fahrrad unterwegs ist. Oder erst Schuhe anziehen muss, wenn man – wie ich – für den Weg zur Toilette ein paar Meter im Freien zurücklegen muss. Es folgten ein paar Tage, in denen ich wirklich nichts anderes tat, als zu lesen, gelegentlich zu schreiben und vor allem ganz viel zu schauen. Nach drei bis vier Tagen konnte ich mich selbst nicht mehr leiden, machte zugleich aber einen selbstquälerischen Sport daraus, nun bis zum bereits vorhersehbaren Ende der Schneeperiode weiterhin nichts, wirklich nichts, zu tun. Schnee-aussitzen als paradoxe Intervention zum Beweis der Selbstwirksamkeit – oder so. Ist nur halbwegs hilfreich, soviel sei verraten.

Nun, irgendwann schmolz der Schnee, das tätige Leben hätte weitergehen können, tat es aber nicht. Ich blieb erstmal sitzen. Meistens jedenfalls, ich lebte und lebe sehr reduziert.

Teil dieses reduzierten Lebensstils sind meine – bisher nur winterlichen – Schlafstörungen, die aber in den letzten drei Wochen ebenfalls eine Entwicklung zum schlechteren genommen haben. Bisher war es so, dass ich sehr spät einschlief, dann grob zwischen drei und sechs Uhr morgens eine Wachzeit hatte, um anschließend bis lange in den Tag hinein auszuschlafen. Solch ein verschobener Rhythmus ist anstrengend, hat aber den Vorteil, immer noch ein Rhythmus zu sein; er ist halbwegs vorhersehbar, man kann damit planen.

Im Moment sind meine Wach- und Schlafzeiten total arhythmisch. Ich achte auch nicht mehr darauf, wann ich ins Bett gehe, ich schlafe, wenn ich schlafen kann, ich stehe auf, wenn ich wach genug dazu bin, wirklich ausgeschlafen fühle ich mich kaum noch. Oft bin ich nachts wach und schlafe tagsüber, niemals am Stück, pro Tag/Nacht habe ich mindestens zwei Schlafphasen, meistens eine kurze von circa drei Stunden und eine längere von fünf bis sieben Stunden. Ich schlafe lang genug, aber der Schlaf ist nicht erholsam.

Es bleibt das Gefühl eines umfassenden Kontrollverlustes.

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Genug des Leidens. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber mir wird das hier zu düster. Nichts gegen Schilderungen aus dem depressiven Jammertal, aber bitte mit Augenzwinkern. Dieser Gedanke entspringt keiner Laune, ist keine spontane Eingebung, nein, ich denke schon länger darüber nach, wie ich es hier im Blog wieder weniger leidenslastig machen kann. Ich bin noch unentschieden, wie genau ich das erreichen kann, aber ich denke darüber nach.

Es wird also kleine Veränderungen geben, möglicherweise werde ich …, okay, wir werden sehen.

Für heute alles wie immer: WMDEDGT Januar 2024 weiterlesen

WMDEDGT Dezember 2023

Wer die Monatsüberblicke schon länger liest, wird diesen Monat überrascht. Erstens, huch, warum so früh? Zweitens, es gibt kaum Überblick, stattdessen überwiegend Verweise auf „richtige“ Blogposts. Beides ist so schon okay und dem Umstand geschuldet, dass ich ab dem 15. des Monats in Berlin bin und von dort aus wieder regelmäßiges Bloggen übe. Los geht das hier.

Wie immer, für den arg reduzierten Überblick und den vollständigen Medienkonsum hier WMDEDGT Dezember 2023 weiterlesen