Wochenschau (6)

Wenn ich die Zeit hätte – und die Ruhe – würde ich das Original von Greenwald lesen. Aber die Zusammenfassung auf  netzpolitik.org ist auch ganz gut.

Der Enthüllungsjournlaist Glenn Greenwald wird gerade vor allem von US-Journalisten unter Beschuss genommen, um seine Reputation zu beschädigen. In einem umfangreichen Blogpost geht Greenwald auf diverse Vorwürfe ein und erläutert nochmal detailliert seine Strategie von Laura Poitras und ihm, wie sie nach und nach Artikel über die Snowden-Dokumente veröffentlichen.
https://netzpolitik.org/2013/die-mediale-veroeffentlichungs-strategie-hinter-den-snowden-dokumenten/

 

What´s up, WhatsApp?

Eine Smartphone-Nutzung ohne WhatsApp scheint fast unmöglich zu sein. Die Firmenadresse gehört zu einem Sushi-Laden. Auch 2 andere Firmensitze sind unauffindbar. […] Nicht das, was man weiß, ist bei WhatsApp bedenklich, sondern vielmehr das, was man nicht weiß.
http://pinksliberal.wordpress.com/2013/12/07/gehort-whatsapp-zu-einem-sushi-laden/

 

Ein Bildband zum „Commonismus“ – bzw. dessen zweiteilige Besprechung im CommonsBlog – bietet eine schöne Zusammenfassung der Ideen innerhalb der DoItYourself-Bewegung. Passagenweise wird der Text theoretisch, fängt sich aber immer schnell genug, um den „unpolitischen“ Leser nicht zu langweilen.

Vor allem wird die protestantische Vorstellung auf den Kopf gestellt, dass der Einzelne der Welt mühsam und „im Schweiße seines Angesichts“ knappe Ressourcen abtrotzen muss, um (möglicherweise) Gottes Gnade zu erfahren. Statt zu „arbeiten“, wird heute in erster Linie „gefunden“, geerntet, kreiert, eingegriffen und frei genutzt. Das bedeutet jedoch nicht, dass in den Projekten nicht viel gearbeitet würde oder dass es keine Mühe machte, sie zu initiieren und am Laufen zu halten. Das Gegenteil ist der Fall. Die Projekte beschäftigen ihre GründerInnen oft rund um die Uhr, und gerade weil die neuen Kollektive die mit ihnen verbundene Komplexität nicht über die herkömmlichen Verfahren (Besitz, Autorität, Charisma) reduzieren können und wollen, ist mit ihrer Aufrechterhaltung ein riesiger Aufwand hinsichtlich Abstimmung und Partizipation verbunden.
http://commonsblog.wordpress.com/2013/12/04/commonistische-lebensstile-12/
http://commonsblog.wordpress.com/2013/12/06/commonistische-lebenstile-22/

 

Eher was zum Stöbern und wenn man etwas Zeit zuviel hat. Außerdem: phantastische Ankündigung und verlässliche Quelle.

Multimedia-Storytelling im journalistischen Bereich wird immer beliebter. Wir haben für euch 25 journalistische Projekte rausgesucht, die mit multimedialen Inhalten, tollem Webdesign und hoher Qualität punkten.
http://t3n.de/news/journalismus-multimedia-storytelling-513995/

 

Das könnte interessant werden:  Edward Snowden gibt Statement im Europäischen Parlament ab

Die zuständigen Abgeordneten im Innen- und Justizausschuss wollen den NSA-Whistleblower Edward Snowden per Videoaufzeichnung in einer der kommenden Sitzungen der Untersuchung zur Massenüberwachung anhören. Edward Snowden wird darin auf Fragen der Mitglieder des Innen- und Justizausschusses antworten. Die Sitzung könnte frühestens am 18. Dezember vormittags stattfinden.

Den Link zur Live-Übertragung der Sitzung gibt es vor der Sitzung hier: http://www.europarl.europa.eu/committees/de/libe/home.html

http://www.janalbrecht.eu/themen/datenschutz-und-netzpolitik/edward-snowden-gibt-statement-im-europaeischen-parlament-ab.html

 

Die Konservativen finden die Idee nicht so gut.

[…] Doch konservative Abgeordnete versuchen den Auftritt zu blockieren: Sie fürchten den Zorn der USA.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-parlament-konservative-wollen-edward-snowden-ausladen-a-938558.html

 

Der letzte Tweet ist umsonst bei Perpeto, alle anderen Dienste kosten.

Leave a Final Tweet – say goodbye from heaven!
Download Tweets – to prevent them from perishing.
Delete all your tweets – if you wish to bury them altogether.
Download Direct Messages – those little messages you want to keep.
Delete Direct Messages – leaving them online may not be safe.
https://perpetu.co/

 

Wenn 560 Schriftsteller aus 83 Ländern in einem Appell eine verbindliche Internationale Konvention der digitalen Rechte fordern, dann muss ich dazu eigentlich nichts mehr schreiben. Aber natürlich bin ich sehr zufrieden, dass das von mir hochverehrte Autorenpaar Zeh/Trojanow den Stein ins Rollen gebracht hat. Wie und warum sie das getan haben steht in dem Artikel unten.

Überhaupt liegt der Protest quer zu allen Lagern und Nationalitäten. Die Konfliktlinie ist trotzdem völlig klar: Bürger gegen Institutionen. Und nicht nur Bürger gegen Staat, es geht auch um Konzerne. Es geht um den Konflikt zwischen dem Einzelnen und der absoluten Macht unter den neuen Bedingungen des Informationszeitalters. Alles andere – links, rechts, deutsch, amerikanisch – spielt keine Rolle.

[…]

Alles Wichtige wurde schon gedacht, gesagt, essayistisch analysiert. Jetzt muss gehandelt werden.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/autoren-gegen-ueberwachung/juli-zeh-und-ilija-trojanow-im-gespraech-alles-ist-gesagt-jetzt-muessen-wir-handeln-12702943.html

 

Und kaum ist der Appell draußen gibt es Widerstand „aus den eigenen Reihen“. Lorenz Matzat schreibt auf netzpolitik.org etwas, das er selbst Polemik nennt und wird in den Kommentaren dafür gleich selbst – und wie ich finde zu Recht –  abgewatscht. Den Namen sollte man sich merken, sobald er auftaucht einfach nicht mehr zuhören oder weiterlesen, lohnt vermutlich nicht. Ich bin so unverblümt, weil ich denke, wer einen Artikel „Einfach mal die Klappe halten“ überschreibt, sollte das aushalten können.

Nach dem Gesagtem könntet ihr Euch fragen, warum ich diesen Lorenz dann überhaupt hier vorstelle. Abstrakt der Diskussion und der Kommentare wegen, konkret, weil es solche Menschen wie der Lorenz sind, die mich von jedem weiteren politischen Engagement fernhalten. Ab und zu muss ich mir so etwas geben, zur Erinnerung, dass politisches Engagement immer in einem Umfeld stattfindet, das für Sensibelchen wie mich zu rauh ist. Ich brauche „geschlossene Reihen“, dann könnt ihr mit mir rechnen.

Wie es wohl gelungen war, mit den über die Welt verstreuten 550+ Unterzeichnern verborgen vor den Augen von NSA & Co heimlich zu kommunizieren? Hatte man sie per Brieftauben und berittenen Kurieren kontaktiert? Ihnen so mit unsichtbarer Tinte geschriebenen Depeschen zukommen lassen? Oder hatte man per klandestinen Cryptoparties allen PGP beigebracht, die Häscher durch vermeintlich harmlose Goetheinstitut-Lesereisen getäuscht?
https://netzpolitik.org/2013/ueberwachung-einfach-mal-die-luft-anhalten/

 

Dass kritisieren auch anders geht, zeigt RA Kompa und spricht von „terminologisch und juristisch misslungen“. Hier zwei von drei Punkten:

  • Überwachung ist nicht “Diebstahl”. (Dieser Vergleich ist ähnlich sinnlos wie der Begriff “Raubkopie”, da er Sachenrecht mit Informationsrecht vermengt.)
  • […]
  • Auch die Unschuldsvermutung, an welche die Schriftsteller “erinnern”, kann Geheimdienste schwerlich vom Datensammeln abhalten. (Im Gegensatz zu Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichten prüfen Geheimdienste keine (Un-)Schuld.)

http://www.kanzleikompa.de/2013/12/11/fachliche-kritik-am-aufruf-der-schriftsteller/

 

Moment, was? Der Flash-Player möchte P2P-Verbindungen aufbauen? OK, die Voreinstellung ist „Immer nachfragen“, aber wie oft habt ihr schön Zeug bestätigt, von dem ihr nicht wusstet, was es bedeutet? Genau, vermutlich zu oft. Eure Einstellungen könnt ihr mit dem Link unten überprüfen und direkt verändern, mein Tip: Haken bei“ P2P-Uplink für alle deaktivieren“.

Disable P2P uplink for all
To never share your bandwidth, select Disable P2P uplink for all. This setting affects sites you have already visited and sites you haven’t yet visited. If you deselect this option, your previous settings for individual websites (if any) are restored.
http://www.macromedia.com/support/documentation/en/flashplayer/help/settings_manager09.html

 

 

 

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