Ein freistehender Anbau …

… ist ein Widerspruch in sich. Aber mir fällt gerade keine treffendere Bezeichnung für das „Gebäude“ auf dem Foto ein. Vorschläge gerne in die Kommentare.

Seit ein paar Tagen bin ich verstärkt dabei, das Gelände wieder begehbar zu machen. Oder auch zu „verschönern“, im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten.

Hintergrund ist, dass die in Berlin lebende Lieblingstochter sich zur regelmäßigen Pflege des Gießener Freundeskreises in diesem Anbau einen Schlafplatz mit Homeoffice-Option einrichten möchte. Nutzbar in den Sommermonaten, immer mal wieder, nie lange.

Der Anbau steht auf einem unserer freien Grundstücke, das irgendwann wieder zum regelmäßigen Wohnen genutzt werden wird. Dementsprechend planen wir mit geringem Budget und Arbeitsaufwand, so dass alles irgendwann einfach so und ohne großen Verlust an den Folgenutzer übergeben werden kann.

Bis dahin tut es dem Gelände gut, gelegentlich etwas Pflege zu erhalten. Heute hat der Apfelbaum einen sehr zurückhaltenden Schnitt bekommen.

26.3.2022
Der erste Schritt ist getan: aufräumen. Darüber ist ein angenehmer Nachmittag vergangen. Immer wieder erstaunlich, was sich auf einer gar nicht mal so großen Fläche (2,97 mal 2,43 Meter) ansammeln kann.

Nun kann die eigentliche Arbeit beginnen, das Einziehen der vierten Wand, rechts im Bild gerade nicht mehr zusehen. Ganz früher war an dieser Seite ein Bauwagen angeflanscht, in den letzten Jahren war die Öffnung mit einer Plane verhängt.

27.3.2022
Okay, jetzt kann die eigentliche Arbeit beginnen. Der Boden war an einer Stelle noch auszugleichen.

16.4.2022
Gestern hat S. beschichtete Spanplatten vorbeigebracht, genug um die Wand innen und außen damit aufzubauen. Ein Rest vom Messebau. Heute habe ich vier davon schon mal hingehängt.

19.4.2922
Nochmal zwei Tage für die Innenwand.

21.4.2022
Und nochmals zwei Tage. Viel Fummelkram mit dem Dachanschluss und der Dämmung. Letztlich dauerten die letzten zwei Platten einschließlich der Dämmung länger als gedacht, weil ich den Zeitaufwand für die Leiternsteigerei nicht auf dem Zettel hatte.

27.5.2022Dämmstoff in die beiden Ecken unterm Dach. Außerdem Lichtschalter gesetzt und die Leitungen für die Deckenlampe gezogen.

30.5.2022Einen Teil der Decke gedämmt, mir war nach „Material wegarbeiten“, das schafft Ordnung.

5. und 8.6.2022Hannah war in Gießen und an den beiden Tagen haben wir die Decke fertig gedämmt, am 8. auch mit A.´ s Hilfe.

Bedeutet: Mit Dämmen und Verkleiden sind wir (fast) durch und ab jetzt geht es  um „schön“. Ich nehme das zum Anlass, diesen Beitrag zu beenden und über die einzelnen Einrichtungs- und Verschönerungsaktionen separat zu berichten. Ab dafür.

Warum ich nicht über den Krieg schreibe

Über den Krieg schreibe ich im Wesentlichen aus den Gründen nicht, aus denen ich auch über den großen Konflikt in meinem Wohnprojekt oder meine verschiedenen Beziehungsauflösungen nicht geschrieben habe: Es lässt sich kaum zuverlässig Richtiges darüber sagen. Immer ist man Partei, immer besteht die Möglichkeit, dass der Konfliktgegner entgegen aller Wahrscheinlichkeit doch Recht hat. Die subjektive Gewißheit, Recht zu haben, kann ein Irrglaube sein.

Kommt hinzu: Alles Urteilen beruht auf Information, die stimmen kann oder auch nicht. In der Beziehung die Fehlwahrnehmung, im Gruppenkonflikt die Übernahme der (Fehl-)Einschätzungen anderer, im Krieg die gezielte Desinformation, immer besteht die Möglichkeit, dass wir aufgrund von „Fakten“ urteilen, die das nicht sind, Fakten.

Nun bin jemand, der im Gespräch fast reflexartig eine Gegenposition sucht, wenn ihm eine Überzeugung allzu überzeugt entgegenkommt. Dabei wünsche ich mir – zumeist vergebens – Gesprächspartner, die das als Einladung verstehen, gemeinsam die Wahrheit herauszudenken. Je nach Gesprächspartner mag man mich für einen Putin- oder Biden-Versteher halten, am ehesten ist wohl richtig, dass ich beide Konfliktparteien ganz umfassend nicht verstehe.

Folglich fehlt mir auch jedes Verständis für Menschen, die gerade ganz genau wissen, was zu tun oder zu lassen ist. Eine schwer zu benennende Anzahl Akteure mit vielschichtigen Motivationen machen alle irgendwas. Das ergibt eine komplexe Situation, die im Ergebnis kaum vorherzubestimmen ist. Kommt klar damit.

Was bleibt sind schwer einzuschätzende Wahrscheinlichkeiten. Darüber könnten wir reden und schreiben, im besten Fall hätten wir informiertes Raten. Oder wir schreiben über unsere subjektiven Befindlichkeiten, wovor wir Angst haben und was uns Hoffnung macht, über das, was in uns brummt nach tage- und wochenlangem medialen Dauerbeschuss. Könnten wir, werden wir, aber im persönlichen Gespräch, nicht hier im Blog.

Rückbau des Dome-Pavillions (von mir immer Steg genannt)

Anfang März 2022. Im Ansatz wollte ich den Steg renovieren. Bei genauerem Hinschauen wurde klar, dass da nichts mehr zu retten ist. Zumindest nicht mit angemessenem Aufwand. Also muss das Teil nach 11½ Jahren weg. Wer den Beitrag zum Bau anschaut, wird bemerken, dass sich in der Zwischenzeit immer mal wieder etwas verändert hat. Die ursprünglichen Holzleisten wurden durch Pavillionstangen ersetzt, später wurde ein Teil der Unterkonstruktion in Metall ausgeführt. Das hat jeweils die Nutzungsdauer nochmal verlängert, konnte aber letztlich nichts „für die Ewigkeit“ sein. Außen und direkt über dem Wasser, da ist Moder und Rost vorprogrammiert. Aber auch die Sonne hat ihren Teil dort beigetragen, wo die Wasserschläuche, aus denen die Knoten bestehen, frei lagen. Die UV-Strahlung hat zu Rissen geführt.

Kurz: Stangen, Knoten und die Unterkonstruktion müssten überprüft und angefasst werden. Dafür, dass ich den Steg (oder Dome-Pavillion) in den letzten Jahren vergleichsweise wenig genutzt habe, ist eine Renovierung, die nahe an einen Neubau kommt, einfach zu aufwändig.

Update, 7.März 2022: Und dann habe ich doch begonnen zumindest die Fläche wieder aufzubauen. Zunächst musste alles weg, was rott war.

Update, 16. März 2022:

Das Bild zeigt, welche Richtung das nun mit dem Steg nimmt. Oder nehmen könnte. Es ist erreicht, was ich vorläufig erreichen wollte. Die Unterkonstruktion ist komplett aus Metall oder Plastikrohr, die „Plastikbretter“ des Rahmens bestehen aus WPC, einem langlebigen Holz-Kunststoff-Gemisch. Kurz: das alles wird nicht wieder wegmodern. Mission completed.

Wie die Unterkonstruktion belegt wird, oder wann, oder ob überhaupt, ist noch vollkommen unklar. Und darf das auch noch eine ganze Weile sein.

Können Menschen sich ändern?

Ein Gedanke zwischen Schlaf und Wachen: Diese Frage könnte schneller als andere Fragen in die Tiefe (meint: zu Erkenntnissen) führen.

Generell glaube ich, dass jede Frage und jedes noch so oberflächliche Thema beliebig „vertieft“ werden kann und zu echter Welt- und Lebenskenntnis führen kann.

<O>

Und damit endet der Entwurf. Zwei Sätze mit noch unklarem Zusammenhang. Die könnt ihr als kleinen Einblick in meinen Entwurfsordner nehmen. So, wie manche Filme heute im Abspann ein paar lustige Outtakes zeigen.

Und um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Nein.

Das gilt für mehr als 99% der Menschheit. Selbstveränderung gelingt nur durch jahrelange harte Arbeit und die Anwendung zielführender Methoden. Dazu sind die meisten nicht bereit.

Ein diffuses Gefühl des Verlusts

Die Häufigkeit, mit der ich an Blogbeiträgen gedanklich herumbastele, bevorzugt beim Einschlafen, steht in keinem Verhältnis zur Häufigkeit, mit der hier Beiträge erscheinen. Und ich spreche hier nicht von einem kleinem Mißverhältnis, sondern von einem großen, sagen wir eins zu zwanzig. Meint: von zwanzig Fällen – in denen ich in meinem Bett liege, einen Gedanken habe und bemerke, ihn bemerkenswert finde, von gedankendeutsch in schriftdeutsch übersetze und in den Teil meines Hirns schiebe, wo er hoffentlich auch am nächsten Morgen noch liegt – packt es genau einer hier in den Blog. Das kommt mir wie eine große Gedankenverschwendung vor.

Bei genauer Betrachtung ist die Verschwendung nicht ganz so groß. Bei rund einem Drittel der potentiellen Blogbeiträge komme ich direkt oder nach einiger Überlegung zum Schluss, dass deren Inhalt vielleicht doch besser in meiner Einschlafphase bleibt. Kein Verlust.

Aber da sind diese zwei Drittel potienteller Blogbeiträge, von denen ich erzählen möchte. Die, die schon während der Nacht verloren gehen. Denn dieser Teil meines Hirns, wo die Gedanken bis zum nächsten Morgen lagern, ist chronisch unzuverlässig. Dieser großartige Nachtgedanke ist am nächsten Morgen nur noch ein Gefühl, ähnlich dem, wie es nicht mehr zu erinnernde Ideen während des Genusses von psychedelischen Drogen waren – damals, mehr als ein halbes Leben zurück. Da war diese eine große Idee wie sich Armut bekämpfen und Weltfrieden herbeiführen ließe, einfach umzusetzen und frei von schädlichen Nebenwirkungen. Alleine den Gedanken zu haben, hatte  schon etwas weniger arm und sehr viel friedvoller gemacht. Blöderweise habe ich nicht darüber gesprochen, auch nichts notiert, vermutlich war ich abgelenkt durch …, also abgelenkt, es ist schwer zu erinnern. Man kennt das. It´s a feature, not a bug. Es geht darum, in der Situation zu sein; wer fährt schon Achterbahn, um sich daran zu erinnern. Obwohl, ich habe mal einen kennengelernt, nur kurz, der sammelte Achterbahnfahrten. Aber der war auch Mitglied bei der FDP, ist also vielleicht die Ausnahme zur Regel. Wie auch immer, abgelenkt ist schnell, seht ihr selbst, drei Zeilen genügen. Interessant ist das nur für Menschen, die gerne einen vertieften Zugang zu meiner Einschlafphase hätten.

Einen Rausch und mehrere Stunden Schlaf später erwacht ihr in eurem Bett – oder ich erwache, manchmal verwischen Drogen ein wenig die Perspektive, nehmen wir also an ihr seid ich oder wenigstens WIE ich -, vielleicht seid ihr auch schon entspannt beim Frühstück, da überkommt euch diese Ahnung, dass ihr da gestern an etwas Großem dran wart. Etwas, das der Welt mitgeteilt werden sollte. Ihr seid nicht gänzlich naiv, ihr wisst, die meisten Dinge, die die Welt wissen sollte, wurden ihr schon von anderen mitgeteilt. Ihr seid nicht die, die kalten Kaffee aufwärmen (die Kaffee-Metapher fällt euch auch nur ein, weil ihr gerade beim Frühstück vor einer Tasse sitzt), aber der Gedanke gestern, der hat das unerinnerte Thema doch aus einem ganz frischen Blickwinkel betrachtet. Einfach und überzeugend zugleich. Was war es noch gleich? Dass Armutsbekämpfung mit der FDP nicht zu erreichen ist? Plausibel, aber kalter Kaffee. Außerdem ist euch die FDP schnurz, das kann es nicht gewesen sein. Aber nah dran. Bleibt die Armutsbekämpfung, ja, fühlt sich richtig an. Und ist auch nah genug an eurem Alltag, mit Armut kennt ihr euch aus. Jetzt seid ihr sicher, ihr hattet einen großen und mitteilenswerten Gedanken zur Armutsbekämpfung, nämlich den, dass …, dass …, ihr kommt nicht mehr drauf. Der Gedanke ist so weg wie er gut war.

Und ihr wart so nah dran! Keine Armut nirgends mehr. Das wäre doch ein gutes Ergebnis gewesen, auch wenn im Prozess irgendwo der Weltfriede untergegangen ist. Darum hätte man sich später kümmern können. Es bleibt ein diffuses Gefühl des Verlusts.

Kennt ihr, oder? Kennt jeder, der schonmal die entsprechenden Drogen genommen hat. Wenn ihr es nicht kennt ist das auch kein Verlust und ihr habt jetzt zumindest mal davon gelesen.