Rooten, abermals

Immer wieder spannend: die Sache mit dem Rooten. Aber beim zweiten Mal hat es schon nicht mehr ganz so weh getan. Denn das Phone ist schon entsperrt und die benötigten Dateien bzw. Programme sind auch schon da.

Trotzdem natürlich vorher die Daten gesichert. Für den Lerneffekt gleich auf drei verschiedene Weisen. Von denen – wie ich nachträglich weiss – keine notwendig gewesen wäre.

Andi

Das eigentliche Rooten ging diesmal recht schnell. Und ich habe diesmal auch sehr viel mehr verstanden, was ich tat.  Aber eins nach dem anderen.

Also: Mein entsperrtes Nexus4 lies sich brav via ADB mit dem Terminal meines PCs verbinden. Von dort aus konnte ich dann mittels Fastboot zuerst CWM und dann SuperSU flashen. Fertig!

Nochmal langsam und mit Hilfe des Glossars: Mein …

… entsperrtes Nexus4 lies sich brav via ADB …

Das Kürzel ADB bedeutet im Klartext Android Debug Bridge. Mittels ADB wird der Zugriff via Datenkabel und PC auf das Handy ermöglicht. Der Installationsvorgang ist meist recht kompliziert. Erst muss das Android SDK heruntergeladen und [auf dem PC] installiert werden. Dann sollte der Treiber des Handys installiert werden (meist liegt eine PC Suite/Kies/etc. dem Handy bei, bei der auch der nötige Treiber installiert wird). Anschließend findet man im Verzeichnis <SDK>/platform-tools die ADB Anwendung, welche dann über die Konsole (CMD bei Windows PC, Terminal beim Mac oder Linux) den Zugriff auf das Handy erlaubt.

… mit dem Terminal …

Das Terminal bzw. die Konsole wird benötigt, um Kommandos direkt einzugeben. Im Falle des Android-Handys wird die Konsole unter anderem genutzt, um mittels ADB Befehle direkt an das meist per USB-Datenkabel angeschlossene Handy zu senden.

… meines PCs verbinden. Von dort aus konnte ich dann mittels Fastboot …

Fastboot ist wie ADB im Android SDK enthalten und ermöglicht den Zugriff auf die System-Dateien eines Androiden via USB-Datenkabel. Mittels Fastboot können z. B. diverse Modem etc. installiert werden.

… zuerst CWM

Ein [ClockWorkMod(CWM)] Recovery ist ähnlich wie ein BIOS im PC. Dieses Recovery kann nach der Installation mittels einer Tastenkombination noch vor dem eigentlichen ROM, also dem Betriebsystem eines Handys gestartet werden. (…) Es dient unter anderem dazu, ein fehlerhaftes ROM bzw. die Firmware durch ein funktionierendes oder modifiziertes ROM zu ersetzen.

Hierfür hat das Recovery volle Schreib- und Leserechte und kann so beispielsweise ein CustomROM, welches in Form einer ZIP-Datei auf der SDKarte gespeichert ist über das fehlerhafte oder orig. ROM installieren. Gesteuert wird durch das Menü des CWM meistens über die Lautstärke + und – nach oben und unten. Die Power-Taste ist die Bestätigungstaste. Moderne CWM haben auch schon Touchscreen-Unterstützung und können über diesen bedient werden.

… und dann SuperSU …

[SuperSu ist die App, die das „Root-sein“ verwaltet und ermöglicht. Es gibt mehrere soche Apps, auf einem Gerät sollte jeweils nur eine davon laufen. Idealerweise hat man sich vor dem Rooten entschieden, welche Root-App man möchte. Manchmal ist auch die Auswahl des CustomROM davon abhängig.]

… flashen. …

Mit flashen bezeichnet man in den meisten Fällen die Installation einer Firmware, eines CustomROMs, eines Kernels oder eines Modems, etc., auf das Handy. Im einfachsten Fall geschieht dies über das CWM in Form einer ZIP-Datei. Einfach CWM durch die Tastenkombination beim booten starten und (…) anschließend “Flash ZIP from SDCard” auswählen. Nun wird die vorher auf die Speicherkarte kopierte Datei ausgewählt und installiert. Danach das Handy neustarten – fertig.

… Fertig!

Das Backup hat vor dem eigentlichen Rooten stattgefunden, wie erwähnt auf drei verschiedene Weisen.

1. Ich sichere mit einer App für eben diesen Zweck, Super Backup. Die sichert aber nicht alles, somdern nur das Wichtigste, Kontakte, Konversationen, Anruf-History

2. Ich sichere über das dumpfe Kopieren einfach aller Dateien auf der SD-Karte des Smartphones auf die Festplatte meines PCs.

3. Ich sichere über ADB (Android Debug Bridge) und den entsprechenden Befehl im Terminal.

gr@gruene:~$ sudo -i
 [sudo] password for gr:
 root@gruene:~# cd /home/gr/Nexus4root
 root@gruene:/home/gr/Nexus4root# ls -l
 -rwxr-xr-x 1 gr   gr     1226659 Dez  5  2012 adb-linux
 -rwxr-xr-x 1 gr   gr      127435 Jun  8  2012 fastboot-linux
 -rwxr-xr-x 1 gr   gr     7995392 Jan 22  2013 recovery-clockwork-touch-6.0.2.3-mako.img

Hier liegt ein Programm namens adb-linux mit dem wir nun arbeiten (falls es nicht ausführbar ist mit chmod 755 ausführbar machen). Erstmal mit dem Phone verbinden:

root@gruene:/home/gr/Nexus4root#  ./adb-linux devices
 * daemon not running. starting it now on port 5037 *
 * daemon started successfully *
 List of devices attached
 0193a73c86d089cb    offline

Nicht verbunden, aber eine Nachfrage erscheint auf dem Phone, ob der Computer verbunden und registriert werden darf. Bestätigen und nochmal:

root@gruene:/home/gr/Nexus4root# ./adb-linux devices
 List of devices attached
 0193a73c86d089cb    device

Und die Geräte sind via adb-linux verbunden. Jetzt das Backup starten und auf den Phone bestätigen.

root@gruene:/home/gr/Nexus4root# ./adb-linux backup -apk -all -f backupABD
 Now unlock your device and confirm the backup operation.

Wenn alles getan ist liegt eine Datei namens backupABD im Verzeichnis. Überprüfen:

root@gruene:/home/gr/Nexus4root# ls -l
 insgesamt 469452
 -rwxr-xr-x 1 gr   gr     1226659 Dez  5  2012 adb-linux
 -rw-r----- 1 root root 468212160 Nov  7 23:03 backupABD
 -rwxr-xr-x 1 gr   gr      127435 Jun  8  2012 fastboot-linux
 -rwxr-xr-x 1 gr   gr     7995392 Jan 22  2013 recovery-clockwork-touch-6.0.2.3-mako.img

Done.

Ein letzter Befehl zum flashen des CWM

root@gruene:/home/gr/Nexus4root#  ./fastboot-linux flash recovery recovery-clockwork-touch-6.0.2.3-mako.img
 sending 'recovery' (7808 KB)... OKAY
 writing 'recovery'... OKAY
 root@gruene:/home/gr/Nexus4root#

Das Rooten selbst findet auf dem Phone statt.

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