Immer auf die Nuss – die Vorbesprechung zur Strahlentherapie

Der Termin zur Vorbesprechung der Strahlentherapie hat stattgefunden. Neben der unvermeidlichen Belehrung zu Risiken und Nebenwirkungen – die es gibt, ich werde nur berichten, wenn sie mich betreffen – gab es einen Überblick zu Ablauf und Technik der Geschichte.

Der technische Aspekt ist der interessantere Teil. Es geht darum, einen etwa walnusskleinen (altersbedingt etwas größeren) Bereich im inneren des Körpers mit Hilfe eines Laser- , äh…, Strahlentrahls, also irgendwie gerichteter Strahlung zuverlässig zu treffen. Da kann auch auf dem Weg zum Ziel einiges kaputtgehen, wir kennen das aus Star Wars. Um den Schaden (walnuss)klein zu halten, wird das Strahlendings auf eine kreisförmige Schiene montiert und um die Walnuss herumgeführt. Und um den Menschen, der ja seinerseits noch um die Walnuss ist. Damit der Mensch schön bleibt, wo er ist, wird er fixiert und bekommt ein paar Fixpunkte auf die Haut gemalt um das zu kontrollieren, was im Gesamtzusammenhang sehr untechnisch und aus der Zeit gefallen wirkt. Zum Stichwort Aus-der-Zeit-gefallen ein Fun-Fact: „Früher haben wir das tätowiert, …“. Wer da nun wie zielt, ist mir nicht ganz klar geworden, aber das geschieht mit Hilfe eines Fachangestellten, eines Computers und zwei CT-Bildern (eines das Planungs-CT, eines tagesaktuell), die übereinandergelegt werden. Bilder übereinanderlegen war auch in der Biopsie zielführend (im Wortsinn, haha), ich bin beruhigt, naja, so mittelmäßig.

Der Ablauf ist unspektkulär, bevor es losgeht wird das oben erwähnte Stamm- oder Planungs-CT gemacht. Da ich dafür einen Zugang gelegt bekomme, wird vermutlich ein Kontrastmittel zugeführt, was wiederum vermuten lässt, dass auch nach irgendwelchen Streuungen gesucht wird. Irgendwann danach kommen 28 Bestrahlungstermine, jeweils an den 5 Wochentagen verteilt über 6 Wochen. Über Nachsorge oder Erfolgskontrolle hat noch niemand gesprochen und ich habe vergessen zu fragen.

Körperlich scheint die Bestrahlung nicht zu anstrengend zu sein, zumindest denkt der Doc, dass es okay ist, wenn ich über die 6 Wochen die Wege von mir zur Klinik mit dem Fahrrad zurücklege.

Im Nachgang der Besprechung stoße ich trotz gegenteiliger Bemühung noch auf einige Unklarheiten. Der Radiologe schickt mich ganz unzweifelhaft noch einmal zu meinem niedergelassenen Urologen, um mit diesem eine zweimonatig vorzuschaltende Hormontherapie abzuklären. Es wirkt, als sei das Standard. Nach dem Urologen-Termin solle ich mich wieder melden, um dann die Termine für die Behandlung festzulegen. Ich wiederhole das vereinbarte Vorgehen ihm gegenüber: erst dies – dann das. Im Folgenden versuche ich meinen Urologen zu kontaktieren und bei kundigen Menschen mehr über die Hormonbehandlung zu erfahren. Dann bekomme ich, ganz ohne vorherige Kontaktaufnahme meinerseites, den Termin für das Planungs-CT zugesandt. Von meinem Urologen habe ich bis dahin nur auf meinem Anrufbeantworter gehört, dass ich mich mal melden solle, wir könnten den Befund besprechen und selbstverständlich würde er alle Überweisungen für die fällige Behandlung schreiben. Es hört sich nicht so an, als sähe er dringende Notwendigkeit zum Gespräch.

Ich werde mich also „mal melden“ und das wichtigste Thema wird die Hormontherapie sein, die ich erst einmal ablehne. Denn, ich habe einen recht produktiven Sommer hinter mir, es ging mir meistenteils gut und depressive Stimmungen waren selten. Ich bin damit zufrieden und möchte, dass das auch so bleibt. Deswegen möchte ich auch niemanden an meiner Biochemie herumspielen lassen, zumal zu den beschriebenen Nebenwirkungen depressive Stimmungsveränderungen und Antriebsarmut gezählt werden.

Als Begründung zur Ablehnung einer Behandlungsmethode ist das etwas oberflächlich und mehr angst- als sachgetrieben. Ich werde mich bemühen, zum Thema Hormonbehandlung noch etwas mehr zu erfahren. Das wird dann ein eigener Beitrag.

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