25464

DAS ist die Sorte Kneipenschild, bei dem ich neugierig werde. Werde ich wohl demnächst mal testen.

Muss Euch das interessieren? Nein. Ich schreib’s nur hier mal hin, damit ich es nicht vergesse. Wortspiel über Notizblock/Notizblog bitte selbst ausdenken und einfügen.

25463 – In einem Journalblatt …

… wie dem oben links gezeigten spiegelt sich mehr, als auf den ersten Blick zu vermuten ist. Ganz links die gezählten Kalorien verweisen auf eine möglicherweise unnötige Gewichtskontrolle. Eines meiner Themen, das auch Horst Evers im König von Berlin zitatwürdig aufgreift.Und dann das Ginkgo-Blatt. Wo kam diese frühe Leseerinnerung her? Und warum gerade jetzt? Das Buch erschien 1970, ich muss es schon kurz nach erscheinen gelesen haben. Seit meinem elften Lebenjahr lese ich regelmäßig. Ich begann mit Drei-Groschen-Romanen, die ersten etwas gehaltvolleren Romane waren die von Simmel, damals recht bekannt und von mir vermutlich weitgehend unverstanden. Hat mich damals nicht gestört, denn bei allem bemerkte ich doch, dass diese Lektüre auf ebenfalls unverstandene Weise befriedigender als Jerry Cotton war.

Aber ich wollte nicht von meiner Lesegeschichte schreiben, sondern von den unscheinbaren Einträgen im Journal, die unerwartet viel Erinnerung tragen. Hier die Erinnerung an etwas Unverstandenes, das doch irgendwie eindrücklich genug war, um weit über fünfzig Jahre später wieder aufzutauchen.

Ich finde das bemerkenswert genug, um dann auch nachzuforschen, was ich denn damals nicht verstanden habe. Der künstlich-intelligente Deutschlehrer hilft mir, mein Unverständnis zu verstehen (rechts). Und ich verstehe: Als Vierzehn- bis Sechzehnjähriger fehlt zum Verständnis der Metapher vielleicht einfach ein gelebtes Leben. Das will ich mir nicht vorwerfen.

Den Bogen zurück zum Journal bekomme ich heute verrmutlich nicht mehr. Nur soviel, nach einigen mehr formalisierten Versuchen, das eigene Leben schriftlich zu dokumentieren bin ich jetzt bei einem gänzlich unformalisierten Ansatz gelandet. Einfach jeden Tag eine Seite füllen, egal mit was. Sobald ich den Stift in der Hand habe, kommt früher oder später auch ein Gedanke, ein Bild oder – siehe das Feigenblatt von vor zwei Tagen – wenigstens eine fragwürdige Idee, wie ich dieses fucking, weiße Blatt mit wenig Inhalt doch voll bekomme.  Mehr braucht es nicht. Ich experimentiere mit dieser „Technik“ seit cirka sieben Wochen und herausgekommen ist Sammelsurium von Ideen, Einkaufslisten, Aphorismen, Skizzen, Terminen, Reimen und allerlei anderen stiftgestützten Verlegenheitslösungen. Darin herumzublättern ist, wie im eigenen Hirn spazierenzugehen. Ich mag das.

 

25462 – #hdnazt Juli 2026 – Aufgaben abschließen

Schon wieder ein Neunzehnter, der Tag des Monats, der der Fallout-Berichterstattung vorbehalten ist.

Die im Vormonat erwähnte Langeweile mit dem Spiel ist wieder einem entspannten Umgang damit gewichen. Oder vielleicht auch einem entspannteren Umgang mit der darin enthaltenen Langeweile. Gar einer Annahme davon? Nun, wir müssen ja nicht gleich übertreiben … .

Was ich immer wieder bemerkenswert finde ist, wie sich Entwicklungen im realen Erleben auch im Spiel·erleben wiederfinden lassen. Den Webteppich nach einer langen Verzögerung dann innerhalb einer knappen Woche fertigzumachen ist nicht sehr viel anders, als eine lange ignorierte Quest aus den ersten Tagen des Spiels wiederaufzunehmen und abzuschließen. Und kann, einmal begonnen, auch wieder richtig Spass machen. Beides erlebt letzte Woche.

Oder – und an dieser Stelle suche ich noch nach der richtig konnotierten Formulierung – mein Umgang mit Zeit. Bei mir dauern die meisten Dinge länger, als sie das müssten. Bedeutet weder, dass ich langsam bin (im Sinne einer verzögerten Auffassungs- oder Tätigkeitsgeschwindigkeit), noch dass ich langfristig plane (was zumindest für den Planungsteil etwas überambitioniert klänge). Es ist vermutlich so, dass ich den Dingen mehr Zeit gebe, sich zu entwickeln.

Vor zwei Monaten habe ich hier im Rahmen der Fallout-Berichterstattung erwähnt, dass mir  ein virtuelles Powerrüstungsmuseum im Kopf herumgeht. Dann ist erstmal über einen Monat nichts geschehen. Danach hatte ich zumindest eine Idee davon, wie das Gebäude aussehen müsste. Der Rest ergab sich beim Bauen und dem Umgang mit den Bauteilen. Es gab manche Überraschung, das kann bei einem Erstlingswerk gar nicht anders sein, aber nach ein oder zwei Abenden stand das Gebäude. Und dann erstmal Pause.

Tage später erst den Eingangsbereich des Museums gestaltet (nicht verraten, man kann dort auch Waffen kaufen und verkaufen). Für die Podeste, auf denen die Exponate zu stehen kommen sollten, musste ich auf die richtige Idee warten. Und weil die Idee aus Gründen nicht in der Galerie des Museums funktioniert, warte ich gerade noch auf die Idee für die Podeste dort. Dementsprechend stehen über die Hälfte der Powerrüstungen noch am alten, suboptimalen Ort, gelegentlich ziehe ich mal eine um, aber einen Ruck wird es an dieser Stelle erst tun, wenn das Podest-Problem seine Lösung gefunden hat. Und für die Suche nach dieser Lösung warte ich auf den richtigen Abend. Ich werde wissen, wenn er es ist.

Kurz, wo andere schon lange eröffnet hätten, lebe ich mit einem Museumsprovisorium, dass durchaus schon einige Schauwerte besitzt, aber weit entfernt ist von dem, was in meiner Vorstellung dort einmal sein wird. Noch gibt es dort keinen Strom, mithin kein Licht. Und genauso  undeutlich wie vor zwei Monaten die Museumsidee formt sich gerade die Idee für einen angeschlossenen Außenbereich mit Cafeteria. Von der hört hier dann vielleicht in zwei Monaten (oder nie wieder).

Und wenn Ihr bis hierher mitgelesen habt, dann habt Ihr jetzt auch eine Vorstellung davon, warum ich am Dome sechs Jahre gebaut habe, bevor ich ihn provisorisch bewohnen konnte und im dem ich immer noch einige Provisorien aufrecht erhalte. Da ist noch Raum für Entwicklung.

25461 – Feigenblatt

Nach sechs sehr einseitigen Webtagen tut es gut, heute mal wieder einfach in den Tag hinein zu werkeln. Einfach mal was auszuprobieren, zum Beispiel den Abrieb des abgefallenen Feigenblattes.

<O>

Und abends ruft dann das Ehrenamt. Thekendienst im Nachtlicht, zum ersten Mal überhaupt in der Frühschicht, denn dort ist heute zum wiederholten Male Karaoke angesagt. Die Erfahrung mit den vorherigen Veranstaltungen hat gezeigt, dass an solchen Abenden besonders viel los ist. Wir sind zu dritt im Dienst, trotzdem bin ich gespannt, wie es gehen wird. Meine Erfahrung mit den deutlich weniger gut besuchten Spätschichten hat mir gezeigt, dass ich mit drei gleichzeitig aufgegebenen Bestellungen schon am Limit arbeite.

25456 bis 25460 – Abschluss des runden Flickenteppichs

Ursprünglich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen veröffentlicht. Aber weil genau ein Thema behandelt wird und auch einen Abschluss findet, habe ich die Artikel zusammengefasst.

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Zwei bis drei Tage noch, dann ist der Teppich fertig. Jetzt aber muss ich mich ersteinmal entscheiden, wie ich damit umgehe, dass mir möglicherweise das Wunschmaterial ausgeht. Einfach schauen, ob es langt, oder besser auf ausreichend Material oder eine vollkommen andere Idee warten.

25457 – Übergänge, so wichtig
Menschen mit entsprechendem Vorstellungsvermögen können sich jetzt schon grob vorstellen, wie das Endprodukt aussehen wird. Was selbst noch außerhalb meiner Vorstellung ist, ist, wie ich den Abschluss mache.Um ein wenig Manöverkritik einzufügen, es gibt einen sich wiederholenden  Bereich, in dem ich hinter meinen Ansprüchen zurückbleibe. Immer dort, wo rot-gelb-gestreift an die anderfarbigen Bereiche anschließt, wird es unordentlich. Ich weiß warum das so ist, könnte es vermutlich bei einem neuen Werkstück vermeiden, aber eben nicht mehr bei diesem. Ich habe schon Ideen, wie ich das optisch auch nachträglich noch etwas verbessern kann. Dennoch, es wird sichtbar bleiben.

Und es ist einmal mehr, dass sich bewahrheitet, was ich für eine grundlegende Handwerker- und Lebensweisheit halte: Die Gestaltung der Übergänge bedarf besonderer Aufmerksamkeit.

25458 – Sich regen bringt weben. Oder so.
Weiter gewebt. Ich will jetzt fertig werden. Das kann morgen gelingen und wird davon abhängen. wie ich fertig definiere. Und auf wieviel Widerstand ich stoße. Oder ob ich die groben Häkelnaden wiederfinde. Wie-auch-immer, ich hoffe morgen gibt es an dieser Stelle ein Bild des näherungsweise fertigen Teppichs. Auf dem Boden liegend in einer halbwegs aufgeräumten Bude. Ziele, so wichtig.

Aber jetzt erstmal Pause. Ich bin um den Nacken herum etwas verspannt, den ganzen Tag vorm Rahmen zu sitzen fordert seinen Tribut. Morgen wird’s wieder gehen.

25459
Eigentlich wollte ich heute mit dem runden Flickenteppich fertig werden. Ist nicht gelungen und das lag nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte. Abgesehen von ein paar Pausen zum Essen war ich den ganzen Tag dran.

Morgen dann.

Wer das Bild genau anschaut sieht, dass sich die Ränder des Teppichs hochwölben. Im Moment will noch glauben …, ach, sagen wir, das könnte ein Problem werden. Und …,  es wird das Problem eines anderen Tages sein.

25460 – Fertig
Der Teppich ist fertig.  Ich denke, das wird Euch genauso freuen wie mich, endlich wird hier wieder über anderes zu lesen sein.

An einer Stelle bin ich überrascht, der Teppich wirkt etwas kleiner, als ich das erwartet habe. Und er ist etwas weniger perfekt, als ich das erhoffte. Sei’s drum.Alles in allem hat es jetzt statt der anfangs geschätzten zwei bis drei Tage doch fünf bis zur Fertigstellung gedauert, wobei gerade heute der Abschlusstag ein Kraftakt war. Auf den oberen beiden Bildern ist die Unterseite zu sehen, vor und nach dem Verwahren der losen Enden. Dieses Verwahren hat den größten Teil des Tages in Anspruch genommen.

Sehr vielleicht liefere ich ein paar Detailaufnahmen und die „Learnings“ daraus nach, denn natürlich würde der nächste Teppich sehr viel besser sein, als es dieser ist. Vorab kann ich sagen, dass jede Vorgehensweise, die ich an einem Probestück getestet habe, dann auch funktioniert hat. Nur die Dinge, von denen ich dachte, dass „die schon klappen werden“, haben mit dann unerwartete Schwierigkeiten gemacht. Dies ist die erste Lektion.

Auf einer allgemeineren Ebene – und aus der über fünf Tage aufgebauten Erschöpfung heraus – überlege ich gerade, ob ich so ein Projekt nocheinmal angehen werde. Ist es den Aufwand wert beziehungsweise ist es für den Aufwand nicht einfach zu klein. Der nächstgrößere Rahmen hängt ja nun schon seit fast zwei Jahren an der Dome-Wand, gefühlt in der genau richtigen Größe. Was, wenn der darin zu webende Teppich dann auch optisch schrumpft und zu klein ist?

Keine Sorge, die Kritelei wird nicht anhalten, ich habe mich nur einfach noch nicht von der Abschluss-Anstrengung erholt. Denn eines kann ich ja jetzt schon sehen: die beiden hier in den letzten Tagen geäußerten Sorgen waren beide unberechtigt. Weder ist mir das Material ausgegangen noch stehen die Ränder des Teppichs hoch. Schwierig ist immer nur der Kopf.