Wie man ein Smartphone aus der Bootloop befreit

Die Bootloop ist die Schleife, in der sich das Phone beim Starten aufhängt. Selbst das einfache Ausschalten verweigert es und geht stattdessen in eine neue Runde seiner Schleife. Wer Blödsinn beim Flashen eines CustomROM anstellt bekommt sowas zur Belohnung. In meinem Fall …, kein Blödsinn, ich war nur schlecht vorbereitet. Aber nervenstark, fast schon kaltblütig, zumindest als das Phone dann ausgeschaltet da lag. Geholfen hatte die Tastenkombination für den Recovery Mode und dort die sinnige Option „Power off“. Der heldenhafte Versuch zeigt: Anschalten führt direkt in die Schleife. Recovery Mode – Power off. Ende.

Um die Coolness auf die Spitze zu treiben habe ich erstmal die 2. Wochenschau und einen weiteren, nachdenklichen Blogeintrag an den Start gebracht. Probleme mit der heimischen Datenverarbeitung wollen langsam angegangen sein, Hast schadet da nur. Aus früherer Lektüre weiss ich, dass findige Entwickler für mein Problem Vorsorge getroffen haben. Es gilt herauszufinden wie.

Ich beginne optimistisch mit der Suche nach Lösungen, es heißt, Abhilfe sei nicht schwer. Eine erste Anleitung – wenn auch nicht speziell für meinen Fall – finde ich schnell. Das dort angebotene CustomROM mit Android 4.4 wäre jetzt gerade ohnehin meine erste Wahl.

For most custom ROMs, here’s a brief step-by-step guide:

1. Re-boot into recovery.
2. Data wipe/factory reset.
3. Install ROM using “install from sdcard” option.
4. Install Gapps using “install from sdcard” option. (if gapps required)
5. Wipe cache.
6. Wipe dalvik cache under Advanced menu.

That’s pretty much it, I highly recommend you to watch the video tutorial at least once if this is your first time installing a custom ROM.

If you end in a bootloop for some reason, you can try re-installing the ROM repeating Steps 1 through 6. If it doesn’t work the second time around, usually there’s something wrong with the custom ROM you are installing. You can try installing another custom ROM or restore your ROM backup.

WOW, es hat geklappt, mein Schlauphone lebt wieder. Und besser als zuvor. Die GAPPS habe ich allerdings nicht mitinstalliert. GAPPS? Damit sind die Google-Apps gemeint. Die dürfen wegen irgendwelcher lizenzrechtlicher Scheiße nicht mit ins Paket, können dann aber doch zur Verfügung gestellt werden. In einem extra Paket, das aber auch geflasht werden muss.

Wir haben gerade eine zum Kotzen schlechte Internetverbindung und normale Downloads funktionieren gar nicht. Habe dann die Datei (gapps-jb-20130813-signed.zip) als Torrent gesucht und gefunden, damit ging es dann, gezogen über Stunden.

Das Flashen ging dann fix, Routine setzt ein und auch das Vertrauen, dass Fehler grundsätzlich wieder gut zu machen sind. Fehler kosten im dümmsten Fall Zeit und Nerven.

Das Wiederaufspielen der Backups, von denen ich schon dachte, ich hätte sie „umsonst“ gemacht, hat dann länger aufgehalten, als ich dachte. Überwiegend, weil mir die Erfahrung fehlt und ich nicht immer wußte, welches Ergebnis ich zu erwarten hatte. Merke: Ein Backup ist niemals umsonst!

Im Ergebnis ist fast alles wieder da, bei den Kontakten fehlen die Gruppenzugehörigkeiten und vielleicht noch ein paar Kleinigkeiten mehr. Die Apps müssen wieder auf den Screens angeordnet werden, auch das wird nochmal Zeit und Überlegung kosten. Davon abgesehen: „Mission completed!“, ich habe nun ein CustomRom drauf, das sich in Zukunft selbst updatet und mich dabei Root sein lässt. Mehr wollte ich nicht.

Besonders-sein wäre schön …

… und damit beginnt das Elend.

Wir hören oder sehen etwas, das wir haben möchten. Es würde uns erheben, mit neuen Fähigkeiten versehen und aus der Masse heraustreten lassen. In diesem speziellen – meinem – Fall: Mein Schlauphone soll das schlaueste im ganzen Land werden (oder wenigstens in meinem Umfeld, was sich nur deshalb bescheidener anhört, weil wir in der Regel vergessen, dass letztgenannte Motivation unsere Beziehungen sehr viel effektiver und direkter schädigt als jedes ungerichtete und abstrakte Besser-als-Rest-sein-wollen – nur mal so nebenbei).

Ein CustomROM könnte das Läppchen sein, mit dem ich die Zacken meiner Krone etwas aufpoliere. Weil, das ist ganz toll. Und auch gar nicht schwer zu installieren. Seht selbst.

CyanogenMod 10.2 im Praxis-Check | CHIP
http://www.youtube.com/watch?v=bmNj-7PvHg4

CyanogenMod Installer ausprobiert deutsch | CHIP
http://www.youtube.com/watch?v=DVYJEpIb10g

Achtung 1: Den Installer gibt es noch nicht, „PoverUser-Fähigkeiten“ sind verlangt.
Achtung 2: Google Apps müssen gesondert in CM10.2 „eingebracht“ werden (GAPPS).

Der „CyanogenMod 10.2“ war schnell besorgt, die Sache mit dem Backup (ja, ich habe eines – ich bin so dankbar – und vorausschauend – und weise)  sowie das abermals Rooten war in der Nacht zuvor schon gelaufen. Erfolgreich genug, um Root zu sein, schlecht genug, um die WLAN-Verbindung abzuschießen. Keine WLAN-Verbindung zu haben macht abenteuerlustig und wunderhoffend.

Und dann dachte ich: „Was  würde der Lieblingsmensch tun?“ und habe einfach die Installation von „Sei-Ennotschien“  begonnen. Nun hänge ich in einer sehr schön animierten Bootschleife. Wird  einen Moment dauern, bis ich wieder zu erreichen bin.

Rooten, abermals

Immer wieder spannend: die Sache mit dem Rooten. Aber beim zweiten Mal hat es schon nicht mehr ganz so weh getan. Denn das Phone ist schon entsperrt und die benötigten Dateien bzw. Programme sind auch schon da.

Trotzdem natürlich vorher die Daten gesichert. Für den Lerneffekt gleich auf drei verschiedene Weisen. Von denen – wie ich nachträglich weiss – keine notwendig gewesen wäre.

Andi

Das eigentliche Rooten ging diesmal recht schnell. Und ich habe diesmal auch sehr viel mehr verstanden, was ich tat.  Aber eins nach dem anderen.

Also: Mein entsperrtes Nexus4 lies sich brav via ADB mit dem Terminal meines PCs verbinden. Von dort aus konnte ich dann mittels Fastboot zuerst CWM und dann SuperSU flashen. Fertig!

Nochmal langsam und mit Hilfe des Glossars: Mein … Rooten, abermals weiterlesen