Jahresrückblick 2020

Dieses Jahr gibt es den Rückblick-Deluxe. Was damit zusammenhängt, dass ich ihn schon im Februar begonnen und dann in etwa zweimonatigen Abständen befüllt habe. Meistens nur mit Stichworten, gelegentlich auch mal ein Bild. Das hat den Einstieg in den Text dann sehr erleichtert.

Andererseits, so ganz deluxe dann doch nicht. Ich bin unzufrieden mit den Bildern. Ihr werdet es ja selbst sehen, von den wenigen sind erstaunlich viele schlecht. Hätte ich sie weglassen sollen? Wisst Ihr was, wir machen es uns leicht und genau keinen Kopf darum. Wer hier mitliest weiß schon lange, dass es Hochglanz nur woanders gibt. Los geht´s.

Januar

Im Moment tut ja jeder so, als hätte es vor 2020 keine schlechten Jahre gegeben. Doch, gab es. Die Schlafstörungen, die mich im Januar im Wortsinn ermüden, habe ich eindeutig aus 2019 mitgebracht. Und der Winter davor war auch nicht so prall.

Das subjektiv Gute im objektiv Schlechten war der milde Januar inmitten der Klimakrise.  Dank dessen und einer guten inhäusigen Vorbereitung konnte ich nämlich in den letzten beiden Januarwochen das geodätische Rankgerüst 2.0 aufbauen.

Februar

Der Februar ist dann wieder eine Indoor-Veranstaltung. Erwähnenswert an dieser Stelle ist eigentlich nur die Beschäftigung mit dem Arduino; das ist ein kleiner programmierbarer Schaltkreis, der gemeinsam mit einigen Sensoren und Aktoren auf einer Platine daherkommt. Das Teil vereinfacht die Automatisierung von zum Beispiel einer Gewächshausbewässerung sehr. Denn darüber denke schon seit mehreren Jahren nach, in diesem Jahr ist dann wenigstens ein Prototyp fertiggeworden.

Die Motivation, sich nochmal mit der Bewässerungssteuerung zu befassen, kam mit der Eröffnung des Makerspace in Gießen, dem MaGie. Dort gab´s an einem Abend eine kurze Arduino-Einführung (an einem anderen konnte man die Grundlagen des 3D-Drucks erlernen und irgendwann davor gab es auch einmal einen Tag der offenen Tür), verbunden mit der Einladung, die dortigen gut ausgestatteten Räumlichkeiten doch für eigene Vorhaben zu nutzen (das ist die Idee hinter dem Konzept Makerspace: Space zum Maken). Ich sah die Möglichkeit, meiner Eigenbrödelei einen zeitgemäß nerdigen Anstrich zu verpassen. Die Idee war, mir einen Wochentag herauszusuchen, an dem ich regelmäßig dorthin ginge und mein kleines Projekt weiterentwickeln würde. Doch dann kam der

März

und mit ihm die Corona-Pandemie. Die Welt wird seltsam und bleibt es für den Rest des Jahres. Eine der ersten Maßnahmen gegen die Pandemie sind die Schließungen von so ziemlich allen Begegnungsmöglichkeiten, die nicht dem unmittelbaren Lebenserhalt dienen. Dazu zählt auch der Makerspace Gießen, ich bin ausgebremst, noch bevor ich überhaupt Fahrt aufnehmen konnte.

Ab diesem Zeitpunkt übt die Spezies Anpassungsfähigkeit, mit wechselnden Ergebnissen. Der in Westdeutschland aufgewachsene Teil meiner Generation erlebt zum ersten Mal leere Regale in den Discountern. Manche Grundnahrungsmittel, Toilettenpapier und Hamster werden knapp.

Dafür nimmt der Anteil der Bevölkerung im Homeoffice exponentiell zu, ebenso die Verwendung des Wortes „exponentiell“, weil es endlich nicht mehr erklärt werden muss. Eher als ungesellig angesehene und computeraffine Menschen wie ich sehen sich erstmals evolutionär im Vorteil und …, oh, … gerade bekomme ich einen Hinweis aus der Regie „Corona“ an dieser Stelle langsam auszublenden und wieder zum persönlichen Teil zu kommen.

April

Nicht vollkommen unerwartet kommt die Trennung von A., die ihr bis hierher als „Lieblingsmensch“ kennengelernt habt. Das Trennungsgeschehen selbst war undramatisch, vielleicht weil wir nur noch vor uns selbst zugeben mussten, dass aus uns als Liebespaar zunächst ein Paar und dann ein gutes Team geworden war. Es bleibt gegenseitige Wertschätzung und die Hoffnung positiv-emotionale Restbestände in eine Freundschaft umwandeln zu können.

Ebenfalls im April: die  Reparatur des gemeinsamen Druckers. Ja, wir hatten eine gute Zeit, der Drucker, A. und ich.

Mai

Manche Dinge könnten jedem geschehen. Und dann geschehen sie mir. Ich finde das nicht richtig. Das hier zum Beispiel. Der Raum direkt neben unserem Eingangsbereich hat schon lange keine Wände mehr und auch das Dach leckt. Nun ist auch die Decke heruntergebrochen, hängt aber noch an einem Zapfen in der Ecke fest. Wie schwer kann das sein, sie kontrolliert herunterzuziehen?

Es zeigt sich: zu schwer! Bei meinem Versuch, die heruntergebrochene Decke vollständig auf den Boden zu bekommen, drückt sie die Wand zum Parkplatz heraus. Blöderweise trifft sie Z´s Auto und – Ende der Geschichte – glücklicherweise bin ich haftpflichtversichert. Dennoch, der Formalkram ist lästig und beschäftigt Z. und mich auch in den folgenden Wochen immer mal wieder.

Ungefähr zur gleichen Zeit werden mir die Nummerschilder gestohlen. Und anderen anderes. Oder auch nichts, unsinnigerweise werden die Scheiben trotzdem eingeschlagen. Eines Abends sieht Z. einen Unbekannten auf unserem Parkplatz und gemeinsam gelingt es uns, den Dieb in C´s Wagen stellen und der Polizei übergeben. Die Diebstahlsserie endet und alle Beteiligten – mit Ausnahme des Diebes – könnten zufrieden sein. Dennoch ruft diese Geschichte mehr gemischte Gefühle hervor, als ich bereit bin darzustellen.

Ach ja, auch der Staatsanwalt war nicht so ganz zufrieden, formaljuristisch folgt eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung, die im November niedergeschlagen wird. Anwaltskosten und (ein wenig) Stress bleiben bei uns.

Juni

Wenn ich durch meine Bilder gehe, scheint im Juni nicht viel geschehen zu sein. Das ist natürlich Unsinn. Nur gibt es nichts, das in diesen Jahresrückblick passt. Die Welt ist immer noch im Pandemiemodus und mir ist das immer noch weitgehend egal, weil ich es nur bemerke, wenn ich einkaufen gehe, also ungefähr einmal in der Woche. Seit Mai (und noch bis Ende September) bin ich in meiner freien und aktiven Zeit mit dem Dome beschäftigt. A. ist zweimal die Woche da und hat ebenfalls Spass an und auf der Baustelle.

Dem Wohnprojekt, in dem ich wohne, gelingt es nach langer und schwieriger Zeit, wieder einen Vorstand zu bilden. Ich bin Teil des dreiköpfigen Vorstands, was mich vielleicht mehr als alle anderen überrascht.

Juli


In mehreren kleinen Arbeitseinsätzen haben wir im Eingangsbereich einen neuen Betonsockel gegossen (schwerpunktmäßig im Juli). Ich bin noch unsicher, ob ich feiern soll, dass wir soweit gekommen sind, oder schimpfen, weil wir nicht weiterkommen. Die nächsten Arbeitsschritte sind vorbereitet und auch vorgedacht, sie müssten nur noch getan werden.

Unbedingt erwähnenswert: mir bricht ein Schneidezahn heraus, mit erwartbar ästhetischen Konsequenzen, die hier nicht gezeigt werden.  Der Bruch erfolgt überraschend und schmerzfrei, der Zahn war schon seit vielen Jahren tot und überkront. Eigentlich kein großes Ding, nur kommt es irgendwie zur Unzeit (andererseits, wann geht man mal in sich und denkt: „Ach, heute wäre ein guter Tag um einen Schneidezahn zu verlieren.“).  Der schneidezahnlose Zustand zieht sich über mehrer Wochen, nicht nur, weil die Brücke aus Kostengründen von Freunden in China hergestellt wird, sondern auch, weil meine Zahnärztin zwischendrin in Urlaub geht.

Als sie wieder da ist folgt ein großes Erneuern. Bei mir im Mund ist wenig im Originalzustand erhalten; im Oberkiefer sind alle Zähne überkront – und das schon seit 25 Jahren. Eine vorangegangene Paradontose-Behandlung hatte dann zur Folge, dass die Zahnhälse an manchen Stellen keinen Anschluss an das Zahnfleisch hatten. Oder so ähnlich. Kurz, es gab  einmal alle Kronen neu, neben dem neuen Schneidezahn. Die ganze Nummer zog sich bis September, bedeutet: im

August

war ich zahnlos in Berlin. Eine schnell und angenehm verbrachte Woche in Berlin, die an anderer Stelle schon gut dokumentiert ist. Okay, gut genug, ich habe den Beitrag an manchen Stellen immer noch im Entwurfsstadium.

Berlin 29.7. bis 3.8.2020 – Und immer noch Pandemie.

September

Schon Mitte Juli hatte ich begonnen, den Dome zu schließen, meint: OSB-Platten auf das Gerüst zu schrauben. Im September mache ich kaum etwas anderes. Ich möchte fertig werden, bevor es kühl und regnerisch wird. Und das gelingt, am 13.9.2020 kann ich diesen Arbeitsschritt beenden, die restlichen Septembertage vergehen damit, den Dome für den Winter in Folie einzupacken.

Oktober

Lange geplant und im Oktober dann endlich möglich, mein Besuch in Hamburg bei meinem Sohn und seiner Familie. Das liest sich jetzt komisch, wenn´s seine Familie ist, ist´s ja auch meine Familie. Aber vielleicht ist das noch nicht lange genug so, um sich selbstverständlich anzufühlen. Kann perspektivisch aber nur besser werden, weil ich dort im nächsten Jahr meinen ersten Enkel besuchen werde. Und wenn das kein Zugehörigkeitsgefühl auslöst, dann wird mir vermutlich in diesem Leben nicht mehr zu helfen sein.

Mitte Oktober kommt Ex-Nachbarin U. kurz vorbei und im Gespräch ergibt sich, dass Probetanzen in ihrem Tanzverein jederzeit möglich, sogar erwünscht sei, denn „da fehlen immer Männer“. Weil ich helfe, wo ich kann, bin ich also zum nächsten Termin dabei und habe auch Spass dabei. Allerdings bin ich auch gefordert, und das mehrfach. Ich sei unmusikalisch, hat man mir gesagt, damals, und bis heute neige ich dazu, dem Glauben zu schenken. Heute würde man das vielleicht als „rhythmisch herausgefordert“ bezeichnen. Andererseits habe ich mich in der Vergangenheit auf anderen Feldern als lernfähig bewiesen, warum nicht auch hier. Schwieriger ist meine – seien wir mal so unverblümt – Gehbehinderung. Wie gut sich ohne funktionierende Archillessehne Salsa tanzen lässt ist unerprobt, ich bin da neugierig. Meine Vermutung ist, dass ein paar Figuren einfach nicht gehen werden, andere vielleicht eine Spur anders aussehen und genug geht, um Spass zu haben.

Pünktlich zur zweiten Probestunde kam dann auch die Ankündigung, dass coronabedingt ab November wieder nichts mehr geht, Sachen mit Spass schon gar nicht. Ab jetzt nervt die Pandemie wirklich, zum zweiten Mal bremst sie meine zaghaften Soziallebensversuche aus. Zum dritten macht dann auch die Meditationsgruppe wieder dicht, die bis jetzt unerwähnt geblieben ist, weil ich sie seit Mitte 2019 mehr oder weniger regelmäßig besuche. Alleinsein beginnt, sich einsam anzufühlen.

November

Was im November auch so bleibt. Meinen Geburtstag verbringe ich erstmals nicht nur ohne Feier, sondern auch ohne Gesellschaft.

Den Geburtstagskuchen bekomme ich dann cirka eine Woche später von Freund J. überreicht, der ihn eigens für mich bei seiner Mama bestellt hat. Ich bin gerührt (hat er nicht gemerkt).

Es beginnt eine Zeit, in der mein Alleinsein, im Sinne von ohne Beziehung sein, eine neue Qualität bekommt. Bis Ende Oktober ist Ex-Freundin A. noch regelmäßig bei mir und auf der Baustelle aufgeschlagen. Das war gut, solange sie da war, aber an den Tagen danach ging es mir eher schlecht. Nicht so liebeskümmrig, sondern …, wisst Ihr was, ich lasse das mal bei mir, A. und genau einer qualifizierten Gesprächspartnerin. Ist ja nicht nur meine Privatsphäre betroffen, sondern tendenziell auch A.´s. Was gesagt werden kann ist, dass wir unsere Freundschaft für den Winter aussetzen und im Frühjahr weiterschauen. Im durchaus vorhergesehenem Ergebnis bin ich gerade real und gefühlt so allein, wie niemals zuvor in meinem Leben. Bitte jeden Jammerton wegdenken, das lässt sich auch ganz kühl sagen. Denn die neue Qualität des Alleinseins besteht ja nicht im Getrennt-sein vom früheren Partner, sondern darin, dass die Pandemiemassnahmen vielen Bewältigungsstrategien einfach im Weg stehen.

Dezember

Bis jetzt hat der Dezember noch nichts hergegeben, das die Beschreibung verdient. Aber eines ist in Bezug auf dieses Jahr erwähnenswert. Ich habe in Bezug auf die Ausbildung von (perpektivisch guten) Gewohnheiten Fortschritte gemacht. Die Frage, wie man denn wirklich regelmässig tut, was man gerne regelmässig tun würde, beschäftigt mich ja schon länger. Zumindest drei Dinge fallen mir ein, bei denen ich eine große Regelmäßigkeit entwickeln konnte. Vom Leichten zum Schweren.

Erstens: Duolingo. Wenn die eines drauf haben, dann Motivation. Also haben sie mir zum Zwecke des Rückblckes mal was vorbereitet. Und das nehme ich auch gerne.Die Spanischlernerei zieht sich schon seit unserem Barcelona-Trip 2018 hin. Ich lerne auf der niedrigsten Aufwandsstufe vor mich hin, eigentlich empfinde ich es kaum als lernen, sondern eher so, als würde ich nur immer besser, die richtigen Vokabeln und Strukturen zu raten. Kurz, es strengt kaum an und eine der besten Lernhilfen ist die allabendliche Erinnerung, wenn man das Lernen einmal vergessen hat. Es geht um den „Streak“, die maximale ununterbrochene Folge von Lerntagen. Es gibt genau nichts dafür, aber man möchte ihn möglichst lang.

Zweitens: Instagram – seltsam genug. Aber auch da konnte ich unerwartete Regelmäßigkeit entwickeln. Sehr, sehr viel besser als hier auf dem Blog, obwohl sich die Möglichkeit zur Zweitverwendung zumindest gelegentlich anbietet. Leider geht die Quantität etwas zu Lasten der Qualität, aber für die Herzchen bin ich bereit, Abstriche zu machen. So sehr, dass ich überlegt habe, wie sich etwas ähnliche hier auf dem Blog verwirklichen ließe. Bis ich was gefunden habe, könntet Ihr mir gelegentlich ein Herzchen in den Kommentaren lassen? Das würde mir wirklich helfen. Und Euch auch, weil´s hier dann mehr zu lesen gäbe.

Drittens: Abends die Zähne putzen. Ja, wirklich! Und das könnt Ihr jetzt wahlweise auf die lange Zeit beziehen, die ich das nicht getan habe, oder darauf, dass mir das endlich gelungen ist; oder auf beides. Knapp zehm Monate nun schon. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das jemals gelingen könnte.

Was mir Mut macht in Bezug auf andere Verhaltensänderungen, die ich auf dem inneren Zettel habe. Von denen könnt Ihr dann im Jahresrückblick 2021 lesen.

Und ab in den Lockdown!

Alle paar Jahre wieder …

… fällt mir zufällig der Schuhkarton mit den Stereobildern in die Hände und dann verbringe ich einen Abend damit, die Bilder anzuschauen. Dazu benutze ich ein Stereoskop, von dem ich vermute, dass es schon plus/minus hundert Jahre Dienst tut.

So ging es mir auch heute, das allein wäre aber noch keinen Beitrag wert. Aber ich habe etwas Neues gelernt und das finde ich immer berichtenswert. Denn als ich noch etwas zum Thema im Internet unterwegs war, bin ich auf eine Methode gestoßen, wie man diese Bilder auch ohne Stereobetrachter in 3D anschauen kann: den Parallelblick. Das war jetzt nicht völlig neu, den Kreuzblick, eine verwandte Methode, habe ich hier im Blog schon einmal beschrieben. Neu war, dass es funktionierte. Allerdings nur, wenn ich die Bilder auf dem APhone betrachtete. Mit den Karten ist mir das noch nicht gelungen, ich vermute es liegt am größeren Format der Karten und an den Lichtverhältnissen.

Die Deutsche Gesellschaft für Stereoskopie e.V. beschreibt den Parallelblick wie folgt:

Mit etwas Übung kann man leicht eine räumliche Betrachtung nebeneinander angeordneter Stereobilder ohne jedes weitere Hilfsmittel erlernen. Dazu ist das linke Bild vom linken Auge und das rechte Bild vom rechten Auge zu fixieren, die Augenachsen also parallel auszurichten. Diese Augenstellung kann man erreichen, wenn man ein Stereobildpaar zunächst unmittelbar vor die Augen hält (also hier ganz dicht an den Monitor herangeht) und dann ganz langsam so lange wieder entfernt, bis man das Bild scharf sehen kann. Allerdings darf man keinesfall eines der beiden Bilder mit beiden Augen fixieren – dann misslingt der Versuch. Wenn man es jedoch richtig macht, erkennt man drei Bilder nebeneinander, das mittlere davon räumlich und die beiden äußeren flach. Aber bitte nicht die Geduld verlieren, wenn’s beim ersten Mal nicht gleich klappt (zur Quelle).

Was ich nun machen werde: diesen Beitrag hochladen und im APhone aufrufen. Dann schaue ich mir die Stereokarten darauf an und werde in Anschluss wieder hier berichten.

<O>

Es funktioniert. Und wenn es das bei mit tut, sollte das bei Euch eigentlich auch klappen. Für den Fall, dass Ihr selbst experimentiert und die Geduld verliert, geht es hier zum Trostpreis, dem Wackel-GIF von meiner Tochter. Ein milder 3D-Effekt ganz ohne Anstrengung.

Warum Instagram?

Weil es einfach ist.

Instagram ist einfach für den Ersteller des Inhalts und es ist einfach für den Rezipienten. Am Wichtigsten für beide Parteien ist dabei vermutlich die Ein-Knopf-Gefällt-Mir-Funktion. Ich erklär´s hier mal ausführlicher, weil ich von zweien meiner drei LeserInnen weiß, dass sie Instagram ohne genauere Kenntnis desselben ablehnen.

Instagram erlaubt mir mit minimalem Aufwand Fotos einem breiten Publikum (meinen Followern) vorzustellen und kurz zu kommentieren. Menschen, denen gefällt, was sie sehen, können dann mit einem Touch signalisieren, dass sie das Bild mögen. Mir wiederum wird angezeigt, dass sie es mögen (oder zumindest zur Kenntnis genommen haben).

Dies ist die Kernfunktion, mit den Jahren sind mehr Möglichkeiten hinzugekommen, die uns hier alle gerade nicht interessieren. Mit einer erwähnenswerten Ausnahme, der immer leistungsfähiger gewordenen Bildbearbeitungsfunktion, die direkt in den Bereitstellungsprozess eingebunden ist. Der Drei-Schritt von Bild auswählen-bearbeiten-hochladen ist mühelos.

Soweit, so abstrakt. Konkret bedeutet diese Vereinfachung, dass es mir nun schon seit über einem halben Jahr gelingt, täglich (!) mindestens ein Bild in einem meiner zwei Accounts einzustellen. Der erste ist ein privater Account (das heißt ihr müsst bei mir anfragen, ob ihr ihn folgen dürft), auf dem ich die Arbeitsfortschritte am Dome dokumentiere. Hier die Bilder von neun aufeinanderfolgenden Tagen:

Ihr seht, da geht es weder um gute, noch um schöne Fotos, Ziel ist einfach die Dokumentation.

Die Testbilder in der oberen Reihe sind genau das, Testbilder. Instagram zickte irgendwie rum und ich wollte etwas ausprobieren. In der Folge gab es den ersten eher skeptischen Beitrag über Instagram. Aber, beachte das Gute im Schlechten, zu diesem Anlass sind auch die ersten Buchstaben des Baustellen-Alphabets entstanden.

Den zweiten, öffentlichen Account (der von jedem eingesehen werden kann) befülle ich mit „Dreier-Serien“. Das sind jeweils drei, auf irgendeine Weise miteinander verbundene Fotos, die nur genau diese eine Eigenschaft miteinander  teilen (müssen, des Konzeptes wegen): drei zu sein.

Drei Elektronik-Installationen, drei Libellen, drei Schatten, so halt. Das ist jetzt nicht der Hammer von Konzept, aber schwierig genug. Und letztlich handelt es sich bei diesem Account um einen Lückenfüller, Ziel waren tägliche Beiträge und ich brauchte etwas für die baustellenfreien Tage.

Bis zu diesem Punkt zusammengefasst: Ich nutze Instagram, weil es mir auf einfachste Weise erlaubt meine Themen anderen zugänglich zu machen, mal ernst (Dokumentation), mal verspielt (Drei gewinnt). So weit, so unpersönlich. Aber es gibt einen persönlichen Grund, der mich möglicherweise noch stärker zur Nutzung von Instagram motiviert. Ich bleibe darüber mit meinen Kindern in Kontakt, die in weit entfernten Städten ihre eigenen Leben leben. Mit Instagram kann ich unkompliziert (und „eigentlich“ ja nicht einmal speziell an sie gerichtet) Meldung aus meinem Leben geben und sie könne mir mit einem Touch zurückmelden, dass sie es wahrgenommen haben. Wenn das zu wenig ist, telefonieren wir, aber für den alleralltäglichsten Alltag (der ja immer auch etwas langweilig ist) funktioniert Instagram zum Kontakthalten besser, als alles andere, das wir davor hatten. Ein guter Grund.

Ein gelungener Samstagabend

Kleine Vorbemerkung: Es genügt, das Bild anzuschauen, der Text fügt nur wenig hinzu.

Vorher                                     Nachher

Nur damit Ihr das würdigen könnt, das älteste Dokument aus der Medizinschublade war ein Bluttest aus 2013. Der ist jetzt sauber abgelegt, auch wenn mir unklar ist für wenn. Oder was.

Was die Medikamente angeht, umfasste der Inhalt ungefähr ein Jahrzehnt meiner Krankengeschichte. Es gab Medikamente gegen Krankheiten, von denen ich nicht erinnere, dass ich sie jemals einem Arzt gegenüber erwähnt habe.

Auch von dem Fieberthermometer wusste ich nicht, dass ich es besitze. Erkältungsbalsam in kleinen, runden Glasbehältern geht klar, kann ich erinnern. Also dass ich mal welches verwendet habe. Welches von den drei angebrochenen kann ich nicht sagen. Ein viertes ist noch in der Umverpackung, das kann´s auf keinen Fall gewesen sein.

Ganz hinten noch was gegen Pilze, da habe ich wenigstens noch eine Idee, warum ich das aufhebe. Oder die Schmerztabletten. Dabei lasse ich mir schon gar keine mehr verschreiben, wenn ich sie angeboten bekomme. Zwei StarWars-Pflaster, die dürfen auch nicht weg. Eine Tinktur gegen Warzen. Ob ich die gegen diese Hautveränderungen einsetzen könnte, die mich zunehmend stören?

Und dann die Sammlung von Rasierklingenhaltern, drei verschiedene Systeme und eine Einmalrasierklinge, alles in der Medizinschublade. Eindeutig ein Kategorienfehler, den ich in den Mülleimer auflöse. Ordnung kann so befreiend sein!

Nicht trennen kann ich mich von dem ganzen Zeug gegen Muskelschmerzen, Prellungen und Zerrungen. Dieses ganze Zeug für den Läufer und Sporttreibenden, der ich nicht mehr sein kann. Mein Selbstbild ist noch nicht in meiner Realität angekommen.

Am Ende des Abends hat sich die Schublade einmal geleert und dann wieder gefüllt. Ich besitze jetzt nur noch Medikamente, von denen ich zumindest ungefähr weiß, wogegen oder wofür ich sie einsetzen könnte. Und damit bin ich zufrieden.

Nachbemerkung: Du warst gewarnt.