Jahresrückblick 2019

JANUAR, FEBRUAR, MÄRZ

Hmm?

APRIL

Mit Sicherheit eine der größten Veränderungen seit Jahren: ich besitze wieder ein Auto.

MAI

Die Palettenlampe. Angefangen im April und beendet im Mai. Üner den Zugschalter lassen sich die sechs sehr hellen Birnen ausschalten und es brennen nur noch zwei „gemütliche“ LED-Leisten.

JUNI

Mein Sohn hat geheiratet.

JULI

Der Versuch, einen alten Rasenmäher zum Hächsler umzubauen. Funktionierte nur so mittelgut.

AUGUST

Mindestens so disfunktional wie der Selbstbau-Hächsler, das Selbstbau-Gimbal. Aber he, ich hab´s versucht!

SEPTEMBER?
Vielleicht ist der in diesem Jahr ausgefallen. Könnte doch sein. Oder?

OKTOBER

Ein Ausflug ins Phantasialand. Hat Spass gemacht!

NOVEMBER

Nicht die hohe Kunst des Möbelbaus, aber erwähnenswert, weil wir den Zettel mit den Maßen für das Teil mindestens ein Jahr herumliegen hatten bis dann endlich was geschah. Und wie immer war´s dann in wenigen Stunden getan.

DEZEMBER

Das Holz für die neue geodätische Rankhilfe ist da und der Zuschnitt beginnt. Witterungsbedingt innen. Geht nur im Bauwagen.

Alle Jahre wieder …

… stellt mich das Weihnachstsfest vor die Frage, wie und wo es zu begehen sei. Das ist dieses Jahr ebenso einfach wie unoriginell, nämlich mit und bei dem Lieblingsmenschen.

In all den Jahren gab es für dieses Problem die verschiedensten Lösungsansätze; zu dieser Zeit auf Reisen zu sein (z.B. in Kalkutta oder Madagaskar) ist mir der liebste, zugleich aber auch derjenige, den ich vergleichsweise selten umsetzen konnte.

Ich erinnere mich auch an ein paar schöne Feste im Kreis von Freunden.  Und  zwei Gelegenheiten, die spektakulär in die Hose gingen. Im Moment weiss ich nicht, ob es dazu noch irgendwelche Aufzeichnungen gibt, aber sollte ich bei meinen Grabungsarbeiten in den Tagebüchern welche finden, werde ich sie hier verlinken.

Die frühesten Erinnerungen an Weihnachten sind natürlich Familienfeste, damals noch im großen Kreis, ausgerichtet von meinen Großeltern väterlicherseits. Sehr viele Menschen in einer viel zu kleinen Wohnung, dennoch über viele Jahre eine gerne wahrgenommene Pflichtveranstaltung. Vieleicht auch deswegen, weil meine Familie christliches Brauchtum nur auf die alleroberflächlichste Weise pflegte: Weihnachtbaum, eventuell ein Lied und dann dalli-dalli die Bescherung. Das eigentliche Fest war, bei bei gutem Essen zusammenzukommen, Alkohol zu trinken und gelegentlich  lautstarken Austausch zu pflegen. Selbstverständlich im Rahmen der bürgerlichen Konventionen.

Dass der Weihnachtstag und die vorangehende Adventszeit tatsächlich auch auf eine innerlich bereichende Weise gefeiert werden kann, habe ich bis heute nur ein einziges Mal erlebt, nämlich im Rahmen einer anthroposophischen Gemeinschaft, der ich kurz angehörte (Irren muss erlaubt sein!). Die einzige Zeit meines Lebens, während der ich gerne – wenn auch vermutlich furchtbar falsch – gesungen habe.

Halten wir fest: es gibt gute Erinnerungen an Weihnachten! Aber die meiste Zeit meines Lebens hat mich dieses Fest in tiefe Ambivalenzen gestürzt. Am schlimmsten vermutlich in der Zeit, als die Kinder noch klein bis vorpubertär waren. Schon der Versuch, Weihnachten nicht zu feiern, steht mit Kindern unter Strafe. Geht einfach nicht! Konsumkritik geht an Kindern ja sowas von vorbei! Auch zur Jungfernzeugung, Kreuzrittern oder Hexen und deren Verbrennung haben Kinder einen grundsätzlich anderen Zugang. Und dann erkär´ deinen Kindern alles so, dass sie es auch anderen Kindern erklären können. Unmöglich. Kurz, wir haben Weihnachten gefeiert, wie man Klebstoff aufträgt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich! Fast schon unnötig zu erwähnen, dass meine Kinder seit sie es können bei anderen Familien feiern. Erzieher, die Wert auf Selbständigkeit legen, können das aushalten. Mit Mühe.

Aber auch jetzt, die Kinder sind schon viele Jahre aus dem Haus, kostet das Fest Mühe und will ausgehalten werden. Das liegt zum einen an dem Druck, den dieses Fest in Bezug auf Harmonie und Familienzusammenhalt aufbaut. Gibt es beides nicht bei uns. Das ist eigentlich zu allen Jahreszeiten schade, aber um die Weihnachtszeit macht es traurig.

Zum anderen ist der Mangel an Alternativen zum „Familien-„Fest, die man sich ja aufgebaut haben könnte im Laufe der Jahre, im Wortsinn beschämend. Enge Freunde gibt es nicht (mehr) und nur wenige Menschen, von denen ich mir vorstellen könnte, mit ihnen zu feiern. Und auch dieser Mangelzustand, im Rest des Jahres wenig wahrgenommen, drängt um Weihnachtszeit und Jahreswechsel ins schuldhaft Bewusste. Hässliche Sache, das. Einmal im Jahr muss ich da durch.

Update 7.2.2020: And now something completely different …

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Der Prachtband meines Lebens

Vor wenigen Tagen habe ich ein kleines Projekt abgeschlossen, mit dem ich mich mehr als einen Abend beschäftigt gehalten habe. Ziel war eines meiner Tagebücher komplett in die Texterkennung einzusprechen und – leider immer noch unvermeidlich – zu korrigieren. Dass ich dabei die eine oder andere Zeile zur Wiederverwertung hier im Blog  finden könnte, war ein erwartbarer Nebeneffekt. Der Beitrag zu den Rangoli ist ein schönes Beispiel dafür.

Dennoch, es ist ein ambivalentes Vergnügen, in alten Tagebüchern zu blättern, ähnlich dem Achterbahnfahren oder dem Anschauen von Horrorfilmen. Was zur Vorstellung einer aufgebohrten Geisterbahn führt.

Und fast immer lässt mich diese Geisterbahn etwas benommen und ratlos zurück. Was ich gezeigt bekomme, ist eine Mischung aus jugendlicher/erwachsener Unwissenheit direkt neben erstaunlicherweise schon Gewusstem. Peinliche Naivität neben gedanklicher Klarheit. Gültige Selbsterkenntnis bei gleichzeitiger Verkennung der umgebenden Welt. Das Bemühen um Lösungen für unlösbare Konflikte. Hoffnung und Vergeblichkeit. Ich weiss nicht, was ich davon halten soll. Leben halt, es macht benommen und ratlos.

Aber ich schweife ab bevor ich begonnen habe. Worum es ursprünglich in diesem Beitrag gehen sollte, war ein Eintrag, der direkt darauf verweist, warum ich bloge. Oder besser, dass ich bloge, die Frage nach dem Warum ist mir heute – und war mir damals schon, so vor rund 40 Jahren – zu grüblerisch. Ich bloge, weil ich es schon immer wollte. Nur dass bloggen damals nicht vorstellbar war, so ohne Internet. Geschriebenes war nur in der Form von Zeitungen und Büchern vorstellbar.

Was dazu führte, dass ich gelegentlich (also zu Gelegenheiten wie Geburtstagen oder Trennungen) postkartengroße Bändchen zusammenstellte und verschenkte. Mit der Verwendung von Kopien war ich schon damals auf der Höhe der vervielfäftigungstechnischen Entwicklung, wir Hobby-Publizisten hatten gerade die Spiritusdrucke hinter uns gelassen.

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Einbruch des Lebens in die Kunst. Da wollte ich gerade einen Abschweif in den späteren 3-D-Druck beginnen, greife dafür ins Bücherregal an die Stelle mit den Büchern, die mich zu irgendeinem Zeitpunkt meines Lebens wirklich und wirksam beeinflusst haben, und entdecke einen Wassereinbruch, der ernsthaften, schimmligen Schaden angerichtet hat. Nach Leben und Wasser bricht mir auch die Laune ein.

<O>

Um schnellstmöglich abzuschließen (Tl;dr): Ich wollte schon immer bloggen, habe es damals mangels Internet nur so nicht nennen können. Am besten Ihr lest selbst, heute käme dieser Text auf die Über-mich-Seite, die Über-diesen-Blog-Seite oder was Blogger ihren Lesern sonst so zum ersten Geleit anbieten. Damals noch: Zum Kennenlernen. Ach ja, die Überschrift erklärt sich dort auch.

Wir hatten ja nichts

Lochkarte

Selten genug verweise ich auf Blogbeiträge anderer. Heute möchte ich das tun, denn da wird – zumindest im ersten und einleitendem Teil – ein Gedanke vertieft, den ich in ähnlicher Form hatte, als ich vor einigen Tagen meinen Blogbeitrag zu den Rangoli schrieb. Vielleicht erinnert ihr euch:

Heute [2019] lässt sich auch bei oberflächlichster Recherche über Wikipedia oder die Suchmaschine Deines Vertrauens mehr über Rangoli erfahren, als ich damals [1998] hoffen durfte, bei meiner Rückkehr in der Stadtbücherei darüber zu erfahren.

In diesem Satz nur angedeutet und im verlinkten Beitrag ausführlicher dargestellt ist das fassungslose Erstaunen darüber, was heute dank des Internets möglich ist und vor zwanzig Jahren kaum auszudenken oder zu erhoffen war.

Bühne frei für Wortvogels „Wofür zahle ich eigentlich nicht?!“

Der Selbstbau-PC

Manchmal sagt man so Dinge vor sich hin, z. B. „Wir könnten Dir auch einen neuen PC selbst zusammenbauen“, nur weil man gerade so im bevorzugten Computerheftchen rumbättert (ct 24/2019) und der Lieblingsmensch seit einiger Zeit einen neuen PC auf der ToBuy-Liste hat. Noch manchmaler wird man gänzlich unerwartet ernst genommen. Weil die Headline greift, „Für alles parat: Bauvorschlag für einen leisen Allround-PC mit Sechskerner und schneller SSD“, weil voll im Budget und weil wir´s können. Letzteres bis dahin nur  eine halbwegs begründete Vermutung.

Aber der Liebingsmensch traut sich was, ein paar Tage später kommt bei mir die Message rein:

Getan es ist, der Großteil für den neuen PC ist bestellt! Morgen kaufe ich noch zwei Teile direkt im Laden, dann fehlt nur noch der Speicher.

Und abermals ein paar Tage später:

Die letzten Komponenten sind eingetroffen …

… ist ein wenig wie Weihnachten 🙂

Gestern und heute hatten wir dann – endlich und neben anderem – die Zeit, das Teil zusammenzustecken. Wer wissen will, wie so etwas aussieht, kann für einen Eindruck im unten eingebundene Video herumklicken (Gesamtlänge knapp zweieinhalb Stunden, das wollt ihr nicht). Die Jungs verbauen da zumindest teilweise die gleichen Teile wie wir. Und wie die Jungs hatten auch wir Glück und das Teil lief nach dem Zusammenstecken ohne zu mucken an. Geht so in neun von zehn Fällen, schätzt einer der Profi-Zusammenstecker.

Der eine von zehn Fällen ist das Risiko, das wir mit dieser Aktion eingegangen sind. Hätte das Teil aus uns unbekannten Gründen nicht wie vorgesehen gestartet, wären wir zu einer Fehlersuche gezwungen gewesen, die uns möglicherweise überfordert hätte. Aber wie sagte der Lieblingsmensch: „Wenn gar nichts geht, trag ich die Teil zu [mittelständischer PC-Dealer der Vertrauens] und der soll´s zusammenschrauben.“ Es ist immer gut, einen Plan B zu haben.

Soweit, so gut. Und alles zu eurer Ermutigung. Es ist auch ohne tieferes technisches Verständnis möglich, elektronische Bauteile so zu kombinieren, dass sie einen funktionsfähigen PC ergeben. Nicht umsonst hat das Computerheftchen vor ein paar Jahren mit diesem Slogan geworben: Auch wenn Sie nichts verstehen, können Sie immer noch damit angeben.

Stellt es euch wie den Zusammenbau von IKEA-Möbeln vor, nur mit weniger Bildern, mehr englisch, weniger Fehlertoleranz und mehr Konzentration. Der Vergleich hinkt nur an einer einzigen Stelle, an der wir in eine kleine Schwierigkeit hineingelaufen sind. Verantwortlich war einer der üblichen Verdächtigen, eine Maßungenauigkeit „eigentlich“ standardisierter Bauteile; IKEA wäre das nicht passiert, da ist alles aus einer Hand.

Mainboard- und Gehäusehersteller waren sich also um cirka einen entscheidenden Millimeter uneins. Seien es zu kurze Abstandshalter oder zu große Fertigungstoleranzen beim Blech für die Buchsenabdeckung, das Mainboard musste Höhe gewinnen. Kein großes Ding, aber eines, das den Prozess stoppen kann, weil Bauteile benötigt werden, die nicht da sind. Die Profi-Lösung heißt „höhere Abstandhalter“, der Bastler legt Scheiben unter. Ihr kennt das vom letzten Teppichkauf, ganz unerwartet schleift die Tür. Man kann die Tür unten abhobeln, aber wer nach oben Luft hat, packt lieber eine Scheibe ins Scharnier.

Erfreulicherweise hatte ich in einem Anfall weiser Voraussicht die Rappelbox mit den kleinsten Kleinsteilen zum Tatort mitgebracht. Darin eine genau ausreichende Anzahl fummeliger Federringe und Scheibchen, die es erlaubten, das Mainboard hinter der Abdeckung von viel-zu-tief auf ein-wenig-zu-hoch anzuheben. Seht selbst:

 

Mehr Probleme gab es hardware-seitig nicht. Damit können wir zufrieden sein. Demnächst mehr von der Software.

Und zum Abschluss das versprochene Video:

Update (30.11.2019):
Tja, so einfach war und ist es dann doch nicht. Die neueste Firmware auf das Bios zu bringen (wir Profis sagen „flashen“) war noch einfach. Zumindest im Vergleich zur letzten Flash-Aktion, die geschätzt 15 Jahre zurückliegt. Also zu Zeiten stattfand, als das Bios mit bescheidenem Funktionsumfang noch blau und pixelig daherkam. Details erspare ich euch und mir, nur soviel: Früher war doch nicht alles besser.

Die empfohlenen Einstellungen der Profi-Zusammenstecker ins Bios zu übernehmen war dann auch noch einfach. Schwierig wurde es allerding an der Stelle …

Nein, ich breche hier mal ab und vertröste euch auf demnächst. Und ende hier so kurz wie möglich: Der PC friert nach cirka 7 (+/-2) Minuten ein, manchmal startet er auch neu, ich vermute einen Hitzefehler, werde mich aber erst in ein paar Tagen wieder damit befassen können. Die Fehlersuche – möglicherweise übefordernd, siehe oben – hat begonnen. Das Leben ist spannend.

Update (08.12.2019):
Geschafft! Nach mehr als einem Tag intensiver Beschäftigung mit dem Maschinchen läuft es jetzt fehlerfrei

 

Nachdem der Hitzefehler ausgeschlossen war – Nervkram auf einem System, das alle paar Minuten abstürzt – kam irgendwann bei einem der Abstürze eine Fehlermeldung, die auf ein Problem mit Windows hinwies. Überprüft durch Start mit einem Ubuntu-Live-System, das dann problemlos lief und endgültig alle Hardware-Fehler ausschloß.

Windows via MediaCreationTool und USB-Stick neu aufgesetzt, funzt.