In den letzten Tagen und Wochen habe ich mich mehrmals in ausführlichen Rückblicken auf mein Leben verloren. Oder auch beim Betrachten der alten Fotoalben meiner Eltern in Fantasien über deren Leben. Ich stoße auf alte Texte oder Bilder und bleibe für Stunden darin gefangen. In der Regel gefällt mir, was ich sehe oder lese, meistens erscheint es mir auch bewahrenswert. Auf eines dieser bewahrenswerten Dinge, das Buddhablog, bin ich heute zufällig auf der Suche nach einem ganz anderen Text gestoßen.
Das Buddha-Blog gab es drei Jahre lang, von März 2006 bis Februar 2009 mit dem Schwerpunkt im Jahr 2008, und wie man so schön sagt: es war gut solange es dauerte. In diesen und den Jahren davor hatte ich eine heftige Romanze mit einer Spielart des tibetischen Buddhismus, dem Diamantweg, und ein Teil der Inhalte dort war ganz wesentlich durch Belehrungen aus diesem Umfeld geprägt. Was auch der Absicht entsprach, das Buddha-Blog sollte Tagebuchbloggen und thematisches Bloggen miteinander verbinden. Das gelang damals nur unvollkommen und, im Rückblick betrachtet war die Idee auch recht hochmütig, als Laienbuddhist mit wenigen Jahren der Übung und Belehrung den Menschen buddhistische Weisheiten erklären zu wollen.
Am besten war das Buddha-Blog in den Beiträgen, die sich auf meine eigene Praxis bezogen, und einen Teil davon habe ich schon vor Jahren in dieses Blog integriert und unten nochmals verlinkt. Das war und ist der Beginn meines Vorhabens, in den nächsten Tagen (fast) alle Beiträge hierher zu holen. Das wird nicht mal eben so gehen, aber ist machbar. Es ist eine Fleißarbeit.
Euch müssen und werden diese neuen alten Beiträge nichts bedeuten, Ihr sitzt daneben, wie ich einen Karton mit persönlichen Erinnerungsstücken anschaue, die noch dazu vollkommen unkommentiert bleiben.
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Alles hat geklappt, der Buddha-Blog ist hier nun in knappen fünf Tagen Nebenbei-Arbeit nahtlos integriert. Jeder der Beiträge ist mit „buddha-blog“ getagt, wer will kann sich die alten Beiträge also gesammelt anzeigen lassen. Oder einem der Links unten folgen, falls Ihr Euch durch eine der meistenteils aussagelosen Überschriften angesprochen fühlt.
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04.03.2006 Denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …
05.03.2006 … und der uns hilft zu leben.
05.03.2006 Raum & Freude – Website zur Ausstellung
05.03.2006 Das Mantra von Tara
05.03.2006 Divma Omaljev
05.03.2006 Dharmapala Thangka Centre – School of Thangka Painting
06.03.2006 Mehr oder weniger – verfrüht
06.03.2006 Die 6 Paramitas
07.03.2006 Unglaublich, ich bin nicht allein
09.03.2006 Die vier Unermesslichen Gedanken
09.03.2006 Mandala
10.03.2006 Nach der Meditation …
16.03.2006 Die stärkste Motivation …
03.10.2006 6 Monate später
17.04.2007 Mailwechsel um Buddhismus und Arbeitlosigkeit
07.04.2008 […]
16.04.2008 Unterstützung (in einer zweiten Version von 2013)
18.04.2008 […]
19.04.2008 Über die Nicht-Anwendung der Mittel
20.04.2008 Gibt es buddhistische Software?
21.04.2008 [the shineside bootleg for Hanna]
22.04.2008 […]
29.04.2008 Statuenfüllkurs
30.04.2008 Die 8 unfreien Zustände
01.05.2008 Traumberuf Mondfahrer (bessere Version)
02.05.2008 Die Kraft der Wünsche
04.05.2008 Erste Überlegungen
05.05.2008 Packliste fürs Retreat
05.05.2008 Geburtstag der Lieblingstochter
06.05.2008 Stop digging
07.05.2008 Verwechselt
08.05.2008 Was lange währt …
09.05.2008 Retreatplan
10.05.2008 bis
31.05.2008 Verbeugungsretreat
03.06.2008 Drei Arten Leid / Drei Arten Mitgefühl
04.06.2008 Drei Arten Mitgefühl
17.06.2008 Spruch der Woche
18.06.2008 Nothing happens!
25.06.2008 Luftballons
27.06.2008 Wie kritisieren?
04.07.2008 Die zehn Dharmapraktiken
04.07.2008 Budda im Bhaumarkt
09.07.2008 Zentrumsarbeit ist keine Dharmaarbeit
12.07.2008 Boddhi-Zendo in Indien
14.09.2008 Stupa-Einweihung in Becske/Ungarn [siehe auch:
30.09.2008 Stupa-Einweihung in Becske]
17.10.2008 bis
28.12.2008 Abschluss der ersten Grundübung, Verbeugungen
07.01.2009 […]
12.01.2009 Rime
13.01.2009 […]
15.01.2009 Die 4 Stützen (Arten des Sich-auf-etwas-Verlassens)
16.01.2009 Yama von Wayne Martin Belger
18.01.2009 Ein zeitgenössischer Koan
22.01.2009 Über Wahrheit und wie Geschichten entstehen
27.01.2009 Khatak in Obamas Tasche während Vereidigung
09.02.2009 Bananenfinsternis (Letzter Beitrag)


Endlich ist Sommer. Und das Sommergefühl hat sich auch eingestellt, zwei Monate später als letztes Jahr, da war es früh, das Sommergefühl. Die Tage tragen den Wunsch in sich, etwas mit ihnen anzufangen. Es lohnt dazusitzen und abzuwarten, was sich an Aktivität anbietet (ihr wisst schon, „vom Baum fällt“). Und irgendwas ist immer, jetzt mal von der positiven Seite her besehen.
Montag, 22.5.2023, 1. Tag, 1. Woche
Der Blick zur Uhr, neun Uhr irgendwas, vielleicht weiterschlafen, vielleich kurz pinkeln/lesen und dann weiterschlafen, ich will nicht in den Tag. Das ist gerade nicht ungewöhnlich, ich bin etwas am kriseln. Andererseits, da ich sehr spät ins Bett gehe muss ich lange schlafen, um auf meine benötigten Stunden Schlaf zu kommen und solange das klappt, ist alles okay. Das schlechte Gewissen, das ich manchmal habe, ist Angesichts der Tatsache, dass ich Rentner und alleinstehend bin – meint: es niemanden gibt, der irgendein berechtigtes Interesse an meinen Schlafens- oder Aufstehzeiten anmelden könnte – völlig unnötig.
Irgendwann im Laufe des Vormittags bin ich also subjektiv unausgeschlafen aufgestanden und habe „die Zeitung gelesen“. Die Zeitung lesen ist ein Platzhalter für die Kenntnisnahme tagesaktueller Neuigkeiten mittels verschiedener Internetkanäle. Das darf solange dauern, wie es dauert, ich muss mir das gelegentlich auch selbst versichern, denn es kommt der Punkt, der irgendwann immer kommt – außer er kommt nicht, das sind die wirklich schlechten Tage – und es drängt mich zur Aktivität.
Manchmal findet das Frühstück während des Zeitunglesens statt, meistens ist es aber der Start in den Tag, kurz eingeschoben vor der Aktivität, die mich nun drängt. An diesem fiktiven Zwölften ist mir das Brot ausgegangen, was schon mehrere Tage zu ahnen war, ich hatte nur keinen Bock einkaufen zu gehen. Da ich vergleichsweise anspruchslos bin, macht mir das nicht einmal schlechte Laune, ich weiche auf Maultaschen in Instant-Gemüsebrühe aus. Zur Uhrzeit passt es ohnehin. Gewohnt spät gibt es Maultaschen zum Handwerker-Frühstück.
Es folgt die „Aktivität des Tages“, gegenwärtig – und solange mich nichts Wichtigeres ablenkt – hat sie oft mit dem Legen eines Bodens in meinem Lieblingsprojekt zu tun. Ich erspare Euch die handwerklichen Details.
Und dann auf’s Fahrrad zum Lebensmitteleinkauf, ihr wisst ja, Brot fehlt! Und anderes auch. Auf dem Weg durch das Industriegebiet fällt mir ein Gebäude auf, dessen Zweck sich mir nicht erschließt, dabei aber auf gute Weise interessant aussieht. Es wird fotgrafiert und auch kurz mit dem Fahrrad umrundet, seine Bestimmung gibt es trotzdem nicht preis.
Seit Anfang des Jahres habe ich kein Auto mehr und kaufe alle Lebensmittel mit dem E-Fahrrad ein. Das geht gut, im Bild ist der durchschnittlich befüllte Rucksack zu sehen, mehr als einmal die Woche muss ich selten fahren, meistens sogar weniger.
Es ist nachmittag, Freund und Gelegenheitsnachbar J. kommt zum Plaudern. Das braucht so seine Zeit, die eigene und die Befindlichkeit der Welt werden ausführlich erörtert, exakt so, wie alte Herren das schon immer tun.
Wieder allein noch nebenbei ein Bild aufgehängt. Es ist ein Erbstück und es aufzuhängen geschah aus einer Laune heraus. Keine Ahnung, ob es dort bleibt und was ich mir damit sagen will.
Heute, weil der ideale Zwölfte ist, stelle ich den Blogbeitrag dazu ein und gebe den Link bei „
Streamingkonsum der unterhaltsamen Art, Schüsse fallen, Gebäude explodieren, Stuntmänner und -frauen sterben cineastisch wertvoll; ich lasse mich von Dingen unterhalten, die ich niemals erleben möchte.
Vermutlich ist schon der Dreizehnte, ich lese zum Einschlafen im E-Reader Fiktionales bis ich ihn in einer letzten Anstrengung schließe, das Licht ausmache, mich umdrehe und einschlafe.