„Das Ziel muss doch immer die fruchtbare Debatte sein!“

Zitat von Cipolla: „Dummheit ist, wenn man anderen schadet, ohne sich selbst zu nützen.“ (…)

Es geht einfach darum, wie eine gute Kultur geschaffen und erhalten werden kann. (…) Solange der echte Kern sich noch kennt, solange sie noch wenige sind, die sich gegenseitig zu Verantwortung und Konstruktivität mahnen können, kann man alles (…) transparent und geduldig abwickeln, aber dann? (…) Dann kommen die Trolle, Abweichler und Zerstörer, die Extremen und Langweiler – vor allem solche, die immer neu in eine schon fortgeschrittene Debatte eintreten und wieder alle Argumente von vorne beginnen. Wenn zu viele unorganisiert reden und kommen und gehen, kann man keine tieferen Argumente mehr debattieren. Unorganisation hält Diskussionen zwangsläufig an der Oberfläche. (…) Wenige Trolle genügen, alles wieder auf Stammtischniveau zu vereinfachen. Auch [wir] werden dieses Problem irgendwie lösen müssen.

Das Ziel muss doch immer die fruchtbare Debatte sein! Bei [XX und XY] scheint es immer weniger um Fruchtbarkeit und (…)Verantwortung zu gehen, sondern um kontrollierte Machtstrategien. [Sie] hatten vor Jahrzehnten sichere Positionen, aus denen heraus sie in gewisser Ruhe auch vernünftig regieren und debattieren konnten. Jetzt agieren sie im Stress-Survival-Modus und kommen womöglich auf die Idee, dass [Anteile am Gemeinbesitz] nach Gutsherrenart zugeteilt oder vielleicht sogar ganz gerecht verlost werden.

Auf der anderen Seite denken [wir] noch zu naiv, dass alles besser wird, wenn ganz viel diskutiert wird. Ich weiß ja nicht, irgendwann kommt „viele Köche verderben den Brei“ zum Vorschein.

Es geht doch nur um halbwegs verantwortungsvolle Leitung der Debatte, damit sie fruchtbar bleibt und zu Ergebnissen und Konsensbildungen auf möglichst hohem Niveau führt.

G. Dueck (zum Originalbeitrag)

Das Zitat zeigt sehr schön, wie während des Lesens manchmal die eigenen Problemstellungen in denen anderer auftauchen oder in sie hinein projeziert werden. So wie ich es gelesen und verwendet habe, hat es mit der originalen Fragestellung nur noch wenig gemeinsam. Und scheint mir trotzdem bedeutsam für einen Konflikt, den auszutragen ich beschlossen habe.

dOCUMENTA (13) – EINE KUNSTAUSSTELLUNG IN KASSEL

Baustelle – Nachbearbeitung des dOKUMENTA-Besuchs

Tag 1

Annäherung

Noch bevor man überhaupt die Eintrittskarte gekauft hat, ist einem vermutlich der „Mann im Kirchturm“ aufgefallen.  Im falschen Moment in die Luft geschaut und schon fällt man über die Zeltschnur, daran ein Zelt, drumrum ein wilder Campingplatz, „Occupy Kassel“, unmittelbar vor’m Fridericianum, dem Hauptausstellungsort der dOCUMENTA (13). Eines gehört zur dOKUMENTA, das andere nicht, rate welches.

Die Bilder sind mit Links unterlegt, die die Antwort verraten.

 

Karlsaue

Sehr schöne Idee, die Kunst zum Teil in den Park zu verlegen. Skulpturen, Soundinstallationen und Hütten über die ganze Karlsaue verteilt erlauben zwischen den Kunst“stücken“ etwas Luft zu holen und den Kopf für das nächste Exponat frei zu bekommen. Oder über das gesehene, erlebte nachzudenken. Zumindest wenn das Wetter so gut ist, wie es während der zwei Vormittage war, die ich mich dort herumgetrieben habe.

N° 133 – Giuseppe Penone – Idee di pietra  (vorne)
N° 90 – Robin Kahn & The National Union of Women from Western Sahara (hinten)

 

N° 176 – Rosemarie Trockel –  TEA PARTY PAVILLON

 

N° 174 – Julieta Aranda / Anton Vidokle – Time/Bank

 

N° 53 – Sam Durant – Gallaws Composite  (im Hintergrund)

Fridericianum

 

N° 67 – Ryan Gander – I need some meaning I can memorize

 

Tag 2

Karlsaue

 

N° 107 Anna Maria Maiolino – HERE & THERE

N° 127 – Shinro Ohtake – MON CHERI: A Self-Portrait as a Scrapped Shed

Mein absoluter Favorit …

dOCUMENTA-Halle

 

N° 3 – Etel Adnan

 

N° 108 -Nalini Malani – In search of vanished blood

Ottoneum – Die grüne dOCUMENTA

 

N° 172 – Aase Texmon Rygh

Neue Galerie

 

Orangerie

 

N° 193 – Konrad Zuse

Brüder-Grimm-Museum